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7 Thesen zur Sozialen Marktwirtschaft

Im Jubiläumsjahr des Verbandes hat der Bundesvorstand des BKU 7 Thesen zur Sozialen Marktwirtschaft formuliert. Diese Thesen bilden die Grundlage für den Dialog innerhalb des Verbandes aber vor allem auch mit Politik und Wirtschaft. 

Die Thesen

  1. Die demokratisch und rechtsstaatlich verfasste Soziale Marktwirtschaft bildet eine Gesellschaftsordnung, die das christliche Menschenbild und die Prinzipien der christlichen Gesellschaftslehre – Personalität, Gemeinwohl, Solidarität, Subsidiarität und Nachhaltigkeit – auch unter den Bedingungen von Globalisierung und schnellem technologischen Fortschritt adäquat zur Geltung bringt. Märkte sind dabei sehr effiziente Wege, um Angebot und Nachfrage zum Ausgleich zu bringen und zugleich Innovation und Fortschritt anzustoßen. Sie bedürfen aber einer transparenten und sachgerechten Regulierung, um auftretende Fehlentwicklungen zu korrigieren und personale Mündigkeit zu stärken. Sozialstaatliche Absicherung dient dabei dem Ziel, Eigeninitiative und Selbstverantwortung zu stärken und unverschuldete Notlagen abzufedern; sie darf aber keine dauerhafte Abhängigkeit bestimmter Gruppen von bevormundenden Fördermaßnahmen kultivieren. Die Soziale Marktwirtschaft hat vielmehr ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, unternehmerische Freiheit immer wieder mit gesellschaftlicher Stabilität und hohem sozialen Zusammenhalt in Einklang zu bringen.
  2. Die Soziale Marktwirtschaft kann als tragfähiges Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell auch im 21. Jahrhundert wichtige Impulse für die Gestaltung nachhaltiger Ordnungsmuster im europäischen und globalen Maßstab geben. Sie sorgt für allgemeinen Wohlstand, Innovation und Fortschritt und schafft die ökonomische Grundlage dafür, dass Menschen auch in Situationen erhöhter Verletzlichkeit solidarische Hilfe und Unterstützung erhalten.
  3. Die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert birgt auch die Voraussetzungen für einen Quantensprung auf der Basis der digitalen Technologien und den damit einhergehenden Perspektiven. Dabei muss Europa für ein Modell der Balance zwischen Freiheitsentfaltung und fair durchgesetzten Spielregeln in der digitalisierten Welt stehen. Denn weder das Modell der unbegrenzten Kommerzialisierung der Digitalwirtschaft wie in den USA noch das Modell des digitalen Überwachungsstaats wie etwa in China entsprechen den Prinzipien christlicher Gesellschaftslehre, die die Wirtschaftsordnung in vielen Ländern Europas nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt haben. 
  4. Die Weiterentwicklung und Entfaltung der Sozialen Marktwirtschaft im digitalen Zeitalter eröffnet prinzipienorientierte und zugleich ökonomisch-technologisch erfolgversprechende Wege zu einer digitalen Souveränität jeder einzelnen Person. Bei deren Umsetzung geht es sowohl um die Bereitstellung ausreichender Infrastruktur als auch um die nötige digitale Bildung. Im Vordergrund aller Entwicklung muss die einzelne Person stehen, denn nicht die Maschine, sondern der Mensch ist Akteur der Geschichte und der vielfältigen gesellschaftlichen Wirklichkeit. 
  5. Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert muss sich auch an Zielen guten Zusammenlebens ausrichten. Dazu gehören zentrale Werte wie Fairness, Respekt und Toleranz, deren Umsetzung uns im täglichen Miteinander in unseren Unternehmen immer wieder neu herausfordert. Wir setzen uns für die unabdingbare Würde von Personen aller ethnischen, religiösen und kulturellen Gruppen ein. Ethische und religiöse Werte sind uns eine Hilfe dabei. Statt verschiedene Traditionen und Personen gegeneinander auszuspielen oder gar in gewalttätige Auseinandersetzungen miteinander zu treiben, betrachten wir religiöse Spiritualität als tragende Säule eines guten Zusammenlebens und des friedlichen Miteinanders. 
  6. Aufgabe staatlicher Autorität ist es im 21. Jahrhundert einmal mehr, die richtige Balance zu finden zwischen dem Gebrauch von Freiheit auf der Basis persönlicher Verantwortung und transparenten, sachgerechten gesetzlichen Regulierungen; zwischen wohlfahrtsstaatlicher Bevormundung, die sich Entscheidungen auch über das private Leben anmaßt, und gleichgültiger Akzeptanz grenzenlos missbräuchlichen Freiheitsgebrauchs unbeschadet seiner sozialer und ökologischer Folgen.
  7. Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert muss auf eine Welt in Balance ausgerichtet sein, wie sie exemplarisch in den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDG) Ausdruck gefunden hat. Alle Akteure gemeinsam – Staat, Unternehmen, verschiedene gesellschaftliche Gruppen sowie einzelne Personen – tragen Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften, Ressourceneffizienz, Artenschutz und eine lebenswerte Umwelt auch für kommende Generationen.
Aktuelles

// Die Zukunft der Arbeit

Bei den Eichstätter Gesprächen ging es um die Zukunft der Arbeit und die ordnungspolitische Verantwortung von Unternehmerinnen und Unternehmern.

// BKU Vorsitzender im Domradio-Interview

Der BKU-Vorsitzende Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel äußerte sich im Interview mit Domradio.de erneut dazu, dass politische Bündnisse mit der AfD dem Wirtschaftsstandort Deutschland schaden würden.

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