Unsere Gäste am 12.5.2026 waren Peter Krawitz, Sprecher der Initiative „BISS e.V. Berlin“ und der 1. Vorsitzende des e.V. Karsten Loest. Beide sind pensionierte Berliner Kriminalbeamte, die in den Zuständigkeitsgebieten Organisierte Kriminalität, Clan- und Rockerkriminalität gearbeitet haben.
BISS steht für „Berliner Initiative Sichere Stadt“. Aus dieser Initiative, die sich zunächst die Aufgabe gegeben hatte, einen großen Polizeiskandal aufzuarbeiten und Entschädigungen für die Opfer zu erreichen, ist mittlerweile ein eingetragener Verein geworden. Der BISS e.V. „engagiert sich für alle relevanten Themen der Inneren Sicherheit. Immer aus Opferperspektive, BISSig und immer ohne falsche Rücksichtnahme. Das Ziel ist, nicht zu gefallen, sondern mit Fachwissen zu unterstützen und zu helfen.“
Normalerweise wird es in vielen deutschen Haushalten nach dem Abendessen beim Kriminalfilm spannend.
Bei unserem Mittagstisch wurde es bereits einige Stunden früher mindestens ebenso spannend – aber real und ohne die Möglichkeit „das Programm zu wechseln“- Dit is Berlin!
Zur Sprache kam die ganze „Bandbreite“: Schutzgelderpressung, Clankriminalität, Prostitution und Menschenhandel, fehlende Ausstattung und zunehmende psychische Belastungen bei der Berliner Polizei.
„Die Lage ist sehr ernst, aber nicht hoffnungslos“. Unsere Gäste benannten in ihren Impulsen ungeschminkt die Probleme und machten anhand von konkreten Beispielen deutlich, wie schwierig, die auch mitunter von „der Stadtpolitik gebremste“ Polizeiarbeit in Berlin (und sicher auch anderswo) ist – aber es wurden auch Erfolge angesprochen. Die Vorträge und die anschließende Diskussion versanken nicht in bloßen „Problemhypnosen“.
Bei einigen kritischen Nachfragen wurden nicht nur die kritischen Sichtweisen bestätigt, sondern auch gegenteilige Beispiele zur Sprache gebracht. Klischees zu bedienen ist immer einfacher, als sich dem Einzelfall konkret zu stellen.
Insgesamt gingen alle Teilnehmende nicht nur mit einem satten Gefühl (Mittagessen) nach Hause, sondern auch mit einem „wachsameren Blick“; denn es wurde deutlich, dass jede und jeder einzelne mithelfen kann (in Zusammenarbeit mit der Polizei), die Stadt sicherer zu machen und Verbrechen aufzuklären oder gar zu verhindern.
Beide Vortragende waren in ihrem aktiven Dienst und sind jetzt in der ehrenamtlichen Vereinsarbeit erfolgreich – auch wenn sie nicht immer alles umsetzen und erreichen konnten; denn manchmal verzweifelten sie auch an den politischen Institutionen und Instanzen – und zeitweise wurden sie sogar mit Morddrohungen konfrontiert.
Sie waren sich bei ihrer Arbeit aber immer sicher, dass sie ihren Mitmenschen helfen konnten und in diesem „Job“ wollen sie auch ehrenamtlich weitermachen. Am Ende boten sie sogar an, eine kleine Informationsveranstaltung für die Teilnehmenden zur Förderung der eigenen Sicherheit zu gestalten.
Danke für diese Einblicke in die (eigene) innere Sicherheit Berlins!
Text: Dr. Jörg Höwer | Bilder: Norman Gebauer