Am 26. und 27. September 2026 wurde in Aachen der Weltmissionsmonat feierlich eröffnet. Für uns als BKU war dieses besondere Wochenende gemeinsam mit missio Aachen eine Gelegenheit, Weltkirche nicht nur als abstrakten Begriff, sondern ganz unmittelbar durch persönliche Begegnungen zu erleben.
Unter dem Leitwort „Sei mutig und stark“ kamen Menschen aus Kirche, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen Menschen, die Verantwortung übernehmen, anderen Perspektiven eröffnen und mit ihrem Engagement zeigen, was gelebte Solidarität bewirken kann.
Pauline-Jaricot-Preis: Engagement, das Perspektiven schafft
Ein erster Höhepunkt war am Samstag die feierliche Verleihung des Pauline-Jaricot-Preises 2026 im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses.
Ausgezeichnet wurde Patience Félicité Mollè Lobè aus Kamerun. Seit fast drei Jahrzehnten engagiert sie sich in Douala für benachteiligte Mädchen und junge Frauen, insbesondere für diejenigen, die von Armut, Gewalt und Ausbeutung betroffen sind.
Der Ausgangspunkt ihres Engagements war 1998 die Begegnung mit einem erst 14-jährigen Mädchen im Rotlichtmilieu. Gemeinsam mit anderen Frauen gründete Mollè Lobè daraufhin das erste Sozialzentrum HUPJEFI. Daraus ist inzwischen ein Netzwerk aus drei Sozialzentren und der Berufsschule CFP Doriana entstanden. Dort finden junge Frauen Schutz und Begleitung und erhalten durch Bildung und berufliche Qualifizierung die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. Nach Angaben von missio wurden seit 1998 mehr als 840 junge Frauen begleitet.
Auch ihre eigene Biografie beeindruckt: Mollè Lobè ist Bauingenieurin und übernahm als erste Frau eine leitende staatliche Funktion im Hoch- und Tiefbau in Douala. Ihr berufliches und soziales Engagement verbindet sie mit ihrem christlichen Glauben. Der Pauline-Jaricot-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert; das Preisgeld soll unter anderem der Arbeit der Sozialzentren und der Berufsschule zugutekommen.
Gerade für uns als BKU war diese Auszeichnung ein starkes Beispiel dafür, wie berufliche Verantwortung, Bildung, Frauenförderung und christliche Sozialverantwortung miteinander verbunden werden können.
Madagaskar – zwei Begegnungen, die bleiben
Neben der Preisverleihung prägten vor allem zwei persönliche Begegnungen mit Ordensschwestern aus Madagaskar, dem Schwerpunktland des Weltmissionssonntags 2026, unser Wochenende.
Bereits am Samstag begegneten wir im Krönungssaal Schwester Claudine Aimée Rasolohery. Die Ordensfrau und Chemieprofessorin gab Einblicke in ihr Land und die Lebenswirklichkeit der Menschen. Ihre Berichte machten deutlich, mit welchen Herausforderungen die Menschen in Madagaskar konfrontiert sind – zugleich aber auch, mit welcher Kraft, Zuversicht und Verantwortung sie ihre Zukunft gestalten.
Es war eine jener Begegnungen, durch die aus einem weit entfernten Land plötzlich Menschen, Geschichten und persönliche Erfahrungen werden.
„Sei mutig und stark“
Am Sonntag setzte sich das Wochenende mit dem feierlichen Pontifikalamt mit Bischof Dr. Helmut Dieser fort.
Das Leitwort „Sei mutig und stark“ zog sich dabei wie ein roter Faden durch das Wochenende. Mut und Stärke zeigten sich nicht als große Worte, sondern ganz konkret in den Menschen, denen wir begegnen durften: in ihrem Einsatz für Bildung und Gesundheit, in der Begleitung benachteiligter Menschen und in ihrem täglichen Engagement für eine bessere Zukunft.
Nach dem Gottesdienst und dem anschließenden Austausch im Domhof führte uns der Weg schließlich in die Jakobstraße – und damit zu einer Begegnung, die uns besonders in Erinnerung bleiben wird.
Schwester Nirina zu Gast beim BKU in der Jakobstraße
In unseren Büroräumen durften wir Schwester Nirina aus Madagaskar begrüßen. In kleinerer Runde und persönlicher Atmosphäre entstand ein intensiver Austausch über ihr Engagement und das Leben der Menschen in ihrer Heimat.
Schwester Nirina berichtete insbesondere von ihrer Arbeit für eine bessere Gesundheitsversorgung. Sie schilderte, welche Folgen eine unzureichende medizinische Infrastruktur für Menschen und Familien hat und wie wichtig konkrete Unterstützung vor Ort ist.
Gerade die persönliche Atmosphäre machte diese Begegnung besonders. Wir konnten zuhören, nachfragen und miteinander ins Gespräch kommen. Aus Themen wie Gesundheitsversorgung, Entwicklungszusammenarbeit und weltkirchlicher Solidarität wurden konkrete Erfahrungen und persönliche Geschichten.
Das ist vielleicht eine der wichtigsten Erfahrungen dieses Wochenendes: Weltkirche beginnt mit Begegnung.
Wenn Menschen miteinander sprechen und einander zuhören, verändert sich der Blick. Aus Entfernung entsteht Nähe, aus abstrakten Herausforderungen werden konkrete Schicksale – und aus Anteilnahme kann Verantwortung erwachsen.
Zwei Tage – viele Begegnungen
Die Gespräche mit Schwester Claudine und Schwester Nirina, die Auszeichnung von Patience Félicité Mollè Lobè und die vielen Begegnungen mit Gästen aus Kirche, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft haben dieses Wochenende geprägt.
Für uns als BKU stellt sich dabei auch die Frage, die über diese beiden Tage hinausweist:
Wie können wir unsere Möglichkeiten, unsere berufliche Erfahrung und unsere Netzwerke nutzen, damit aus Begegnung konkrete Solidarität wird?
Christliche Verantwortung endet nicht an Landesgrenzen. Sie verbindet Menschen und kann dazu beitragen, Strukturen zu schaffen, in denen Menschen ihre eigenen Fähigkeiten entfalten und Perspektiven entwickeln können.
Vielleicht liegt genau darin die Botschaft des Leitwortes dieses Wochenendes:
„Sei mutig und stark.“
Mutig genug, hinzusehen.
Stark genug, Verantwortung zu übernehmen.
Und offen genug, einander wirklich zu begegnen.
Gemeinsam Hoffnung schenken
Der Weltmissionssonntag ist die größte Solidaritätsaktion von Katholikinnen und Katholiken weltweit. Mit ihren Spenden unterstützen Gläubige kirchliche Partnerinnen und Partner in den ärmsten Regionen der Welt. Die Mittel ermöglichen unter anderem Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung.
Wer die Arbeit in Madagaskar und die Projekte von missio unterstützen möchte, kann dies auch ganz konkret tun:
Jetzt online spenden:
www.missio-hilft.de/madagaskar-gesundheit
Jede Unterstützung kann dazu beitragen, die medizinische Versorgung zu verbessern und Menschen in schwierigen Lebenssituationen neue Perspektiven zu eröffnen.
Unser Dank gilt missio Aachen, unseren Gästen aus Madagaskar und allen, die diese beiden Tage mit ihren Begegnungen, Gesprächen und ihrem Engagement zu einem besonderen Wochenende gemacht haben.