Enrique Shaw: Der argentinische Wirtschaftsführer, der sich von Maria und der Eucharistie leiten ließ
Am 29.6. hatten 20 BKU-Mitglieder in St Vinzenz und einige online zugeschaltete Teilnehmer, darunter auch die Vorsitzende der katholischen Unternehmerverbände in Lateinamerika, Silvia Bulla, die Freude und das Glück, von David Falcon, einem spanischen Architekten und sechsfachem Vater, mehr über das erstaunliche und erstaunlich fruchtbare Leben von Enrique Shaw zu erfahren. Shaw ist ein Vorbild für katholische Unternehmensführung, dessen tiefe Verehrung der Jungfrau Maria und der Eucharistie sein Leben, sein Wirken und sein Vermächtnis geprägt hat.
Enrique Ernesto Shaw (1921–1962) war ein argentinischer Unternehmersohn, der katholische Werte besonders in sein berufliches und privates Leben integrierte. Shaw wurde als Sohn argentinischer Eltern in Paris geboren und wuchs in einem tiefgläubigen katholischen Umfeld auf. Nach einer kurzen Karriere bei der Marine wurde er Geschäftsführer eines großen Glasherstellers, der seiner Familie gehörte, sowie der Sociedad Anónima de la Industria Argentina (S.A.I.A.), wo er sich für Arbeitnehmerrechte, soziale Gerechtigkeit und ethische Geschäftspraktiken einsetzte.
Shaws Engagement für das soziale Wohl zeigte sich deutlich in seinem Einsatz für faire Löhne, Familienleistungen und die Verabschiedung des Gesetzes über Familienbeihilfen. Er gründete die Argentinische Christliche Vereinigung der Führungskräfte (ACDE) und spielte eine führende Rolle in der Katholischen Aktion und der Christlichen Familienbewegung. Sein Vermächtnis lebt durch diese Organisationen und den jährlich verliehenen Enrique-Shaw-Preis weiter.
Im Mittelpunkt von Shaws Spiritualität stand seine tiefe Verehrung der Jungfrau Maria. Er bezeichnete Maria oft als seine „socia“ (Partnerin) und suchte ihre Führung sowohl in persönlichen als auch in beruflichen Angelegenheiten. Shaws Vertrauen in Maria war nicht nur ein privates Gefühl, sondern ein Leitprinzip bei seinen täglichen Entscheidungen: „Alles lässt sich mit der Jungfrau als Partnerin erreichen.“
Die Eucharistie war der Grundpfeiler von Shaws Alltag und seiner apostolischen Mission. Er besuchte täglich die Messe und empfing die Kommunion, wobei er die Eucharistie als Quelle seines beruflichen und spirituellen Wirkens betrachtete. Shaw glaubte, dass das Gebet und die Sakramente unerlässlich seien, um Gottes Gnade zu empfangen und seine eigenen Opfer mit denen Christi zu vereinen. Shaw starb 1962 im Alter von 41 Jahren an Krebs. Seine Biografen beschreiben sein Leben als „Eucaristía y Vida Empresaria“ („Eucharistie und Geschäftsleben“) und heben hervor, wie die Eucharistie seine Bemühungen inspirierte, den Arbeitsplatz menschlicher zu gestalten und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Enrique Shaws Seligsprechungsprozess begann 2001 und kam unter Papst Franziskus deutlich voran, der ihn 2021 zum „Ehrwürdigen“ erklärte. Im Jahr 2025 wurde ein Wunder anerkannt, das seiner Fürsprache zugeschrieben wird, was ihn der Heiligsprechung näherbrachte. Shaw gilt weithin als potenzieller Schutzpatron für Führungskräfte in der Wirtschaft und ist ein Beispiel dafür, wie der Glaube das Berufsleben und die Gesellschaft verändern kann.
Text: Jan-Philipp Görtz | Bilder: Norman Gebauer