Jetzt Mitglied werden
Bund Katholischer Unternehmer (BKU) (Startseite)PositionenKatholische Unternehmer sehen in Frühstartrente â [...]

Katholische Unternehmer sehen in Frühstartrente „Fehltherapie mit Ansage“

Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) kritisiert die vom Bundestag beschlossene Frühstartrente. „Die Diagnose ist richtig: Die junge Generation braucht Kapital, umso mehr angesichts eines demografisch ungerechten Rentensystems und einer ausufernden Schuldenpolitik auf Kosten der Jüngeren“, erklärt BKU-Geschäftsführer David Dekorsi am Dienstag.

„Leider handelt es sich bei der Frühstartrente um eine Fehltherapie mit Ansage: Statt jungen Menschen Investitionen und Anlagen zu ermöglichen, übernimmt der Staat die Vorsorge gleich selbst“, so Dekorsi weiter. „Dabei ist der Staat, wie nicht zuletzt das Beispiel der Deutschen Bahn zeigt, ganz offensichtlich weder der bessere Unternehmer noch der bessere Investor.“ Die Frühstartrente sieht vor, dass für Kinder vom sechsten Geburtstag bis zur Volljährigkeit zehn Euro im Monat am Aktienmarkt angelegt werden.

BKU: Pauschale Frühstartrente nicht mit Katholischer Soziallehre vereinbar

Dort, wo Familien nicht selbst vorsorgen könnten, dürfe der Staat gezielt helfen, räumt Dekorsi ein. Daraus folge aber nicht, dass die Vermögensbildung aller Kinder mit einer staatlichen Zahlung beginnen müsse. Zudem wachse die Versuchung, über Branchen und Nachhaltigkeitskriterien politisch zu entscheiden, je mehr Kapital staatliche Stellen verwalteten, so Dekorsi. „Beide Aspekte sind mit der Subsidiarität als Kernprinzip der Katholischen Soziallehre und der Sozialen Marktwirtschaft nicht vereinbar“, ergänzt er.

„Der Staat soll nicht der erste Vermögensverwalter eines Kindes sein. Er soll dafür sorgen, dass dieses Kind befähigt wird, später für seinen eigenen Wohlstand vorzusorgen“, erklärt Dekorsi. Die Frühstartrente stelle Erträge in der Ansparphase steuerfrei. „Warum soll diese Logik nur für staatlich zertifizierte Gefäße gelten und nicht für jeden, der über Jahrzehnte privat anlegt und erst im Alter entnimmt?“, fragt er.

BKU fordert Finanzbildung in der Schule und steuerfreie Erträge in der Ansparphase

Stattdessen fordert der BKU, Finanzbildung und Soziale Marktwirtschaft in schulischen Lehrplänen und Curricula zu verankern, sowie die gleiche steuerliche Behandlung für jede langfristige private Vorsorge. Außerdem brauche es einfache Produkte und Wettbewerb zwischen privaten Anbietern. Die Besteuerung der Altersvorsorge müsse über Jahrzehnte verlässlich bleiben und dürfe nicht in jeder Legislaturperiode neu verhandelt werden.

Viele junge Menschen verließen die Schule, ohne erklären zu können, was ein ETF sei, und zugleich lege der Staat für sie Geld am Kapitalmarkt an. „Wer fehlendes Finanzwissen zum Grund nimmt, Entscheidungen beim Staat zu bündeln, dreht sich im Kreis: Wenn der Staat den Bürgern keine private Altersvorsorge zutraut, werden sie auch nie dazu befähigt, sondern immer wieder nur mit neuen Staatsprogrammen traktiert“, so Dekorsi abschließend.