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Eine Enzyklika setzt Nebeling zufolge Maßstäbe – „und Maßstäbe verändern, wie Menschen über Dinge denken. Das ist langsamer als ein Gesetz, aber oft nachhaltiger“.
Die frühen Sozialenzykliken hätten „das Fundament für Arbeitnehmerrechte gelegt, lange bevor Parlamente entsprechende Gesetze verabschiedet haben“.
„Ich erwarte nicht, dass Konzernvorstände morgen früh die Enzyklika auf der Tagesordnung haben“, so Nebeling weiter.
„Aber ich glaube, dass sie den Diskurs prägt – in Ethikkommissionen, in Universitäten, in Unternehmen, die sich ernsthaft fragen, wie sie mit KI umgehen wollen.“
Mit Blick auf ethische KI-Nutzung setzte Nebeling klare Grenzen. Bei Rechen- oder Klassifikationsaufgaben sei die Künstliche Intelligenz in der Regel zwar besser und schneller als der Mensch.
„Aber bei jeder Frage, die in eine Wertung geht, halte ich es für falsch und sowohl ethisch als auch gesellschaftlich nicht für praktikabel, wenn KI entscheidet“, so Nebeling gegenüber der WirtschaftsWoche.
Als Beispiel führte er die Herausforderungen unserer Sozialversicherungen an: „KI kann Einnahmen und Ausgaben rechnen und zum Ergebnis kommen, dass sich etwas ändern muss. Aber ob die Interessen der Älteren oder der Jüngeren höher zu gewichten sind – das ist eine Wertungsfrage.“
In solchen Fragen dürften Entscheidungen nicht Maschinen überlassen werden: „Die muss der Mensch verantworten. Da brauchen wir einen gesellschaftlichen Konsens.“
🔗 Das vollständige Interview, in dem Nebeling u. a. über das Verhältnis von Ordnungspolitik und Unternehmertum spricht und die Frage beantwortet, ob Big Tech die päpstlichen Mahnungen einfach ignorieren kann, findet sich unter folgendem Link: https://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/ki-enzyklika-von-papst-leo-das-moralische-gewicht-wird-unterschaetzt/100228219.html