Zwischen Verantwortung und Gestaltung

BKU Frühjahrstagung: widmet sich der Trias von Klima – Schöpfung – Nachhaltigkeit

Hochkarätige und kompetente Referenten, spannende Vorträge, knapp 100 Gäste und lebhafte Diskussionen – so lässt sich die Frühjahrstagung der DG Köln in wenige Worten zusammenfassen. Ein breiter Bogen wurde gespannt von den verschiedenen technologischen Herausforderungen, Mobilität und Produktion klimagerechter zu machen, bis zur intensiven Diskussion um die globale Verantwortung, in der Ukraine ebenso wie in Afrika. Dies alles gleichermaßen unter Betrachtung von Bezahlbarkeit und Sozialverträglichkeit.

Das Entree machte „Klimapfade 2.0“, ein mögliches Wirtschaftsprogramm für Klima und Zukunft, basierend auf einer Studie des BDI. Dr. Jens Buchardt, Partner von Boston Consulting Group und einer der Autoren, stellte die fakten- und facettenreiche Studie vor. Es gelang ihm, nicht nur die drängende Notwendigkeit deutlich zu machen, sondern auch die vielen Hebeln aufzuzeigen, die es zu nutzen gilt.

Die nordrhein- westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zeigte auf, was und wie die Landesregierung für Klima und Nachhaltigkeit macht. Bei ihrer erfrischend ehrlichen Analyse schilderte sie die immer wieder auftretenden Dilemmata zwischen Klimaschutz, Umweltschutz und Interessen von Anliegern – Stichworte Windräder und Stromtrassen. Aus der Bedeutung dieser Abwägungsprozesse entsteht die Notwendigkeit, die entsprechenden Parameter transparent, beweisbar und nachvollziehbar zu machen. Insbesondere die Herausforderungen für die teilweise dicht besiedelten Städte in Nordrhein-Westfalen sind hier natürlich hoch – eine Aufgabe für Kreativität und Unternehmertum.

„Zwischen Fakten und Moral? Eine Wirtschaft aus Schöpfungsverantwortung“ lautete der Titel der anschließenden Podiumsdiskussion. Das Erfolgsmodell der sozialen Marktwirtschaft zu einer nachhaltigen Wirtschaftsform weiterzuentwickeln, das ist für Prof. Dr. Dr. Elmar Nass, Kölner Hochschule für Katholische Theologie, nicht nur eine Notwendigkeit, sondern zugleich eine Chance, Ökonomie als Dienst am Menschen auszurichten. Achim Südmeier, Vorstand RheinEnergie, betonte die betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer ein Energieerzeuger Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor nutzt. Bei aller Diskussion um nachhaltige Energie – äußerte Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge grundsätzliche Zweifel am Wachstumsmodell der westlichen Welt. Er ist Direktor des Energiewissenschaftlichen Instituts der Universität zu Köln und Mitglied im Expertenrat der Bundesregierung für Klimafragen. Dass hier neue Wege, Denkweisen und Parameter gefordert sind, zeigte auch der Einwurf von Dr. Michael Metten, geschäftsführender Gesellschafter der Metten Stein+Design GmbH & Co. KG. Die steigenden Energiepreise treffen letztlich jeden einzelnen, jede Familie, jede Firma. Hier sieht er eine große Gefahr einer gesellschaftlichen Spaltung. Nachhaltigkeit darf sich nicht nur der Wohlhabende leisten können. Die Verantwortung Deutschlands und Europas für Gerechtigkeit weltweit betonte Michael Bloss, MdEP der Grünen. Eines war in der sehr lebendigen Diskussion deutlich: Das Ziel, nachhaltig zu agieren, ist Konsens. Viel gestritten (in einem positiven Sinne) wurde über die Wege und Instrumente sowie die Balance zwischen staatlicher Regulierung und wirtschaftlicher Freiheit

Angesichts des Krieges war Dr. Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank, einen teilweise bedrückenden Blick auf die globalen Verflechtungen und Abhängigkeiten. Unter dem Titel „Wie die grüne Transformation trotz Putins Krieg gelingen kann“ skizzierte er das Vorgehen und die Projekte der EIB. Mit seiner fundierten Kenntnis der Außenpolitik und vielen persönlichen Einblicken in das russische Selbstverständnis fesselte er die Zuhörer. Mit Leidenschaft und Überzeugung wies er neben der uns allen bewussten, tragischen Situation auf die aus der gemeinsamen Verantwortung ebenfalls entstehenden Möglichkeiten hin. Wirkliche Nachhaltigkeit benötigt Innovation und Entwicklung – weltweit.

Referent Dr. Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank

Nach einer festlichen Vesper besuchten die Teilnehmer zum Abschluss das Solidaritätskonzert der Chöre im Kölner Dom, ein passendes Symbol für die Verantwortung der Völker füreinander und die Notwendigkeit eines gemeinsamen Handelns.

Aktuelles

// KKW Laufzeit - Interview mit domradio.de

Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel zur Laufzeitverlängerung: „Wir können die Risiken der Kernkraft nicht einfach wegwischen durch eine neue Situation. Aber für diese Übergangszeit halten wir diesen Schritt für sinnvoll und sogar notwendig.“

// Interessierte Mitglieder sind zum Austausch eingeladen

Die Äußerungen der ZdK Präsident Irmre Stetter-Karp haben zu Irritationen geführt. Der BKU Vorstand nimmt jetzt dazu Stellung.

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