Rund 600 Zuhörerinnen und Zuhörer folgten am Freitagabend der Einladung der Europäischen Stiftung Aachener Dom (ESAD) in den Aachener Dom, um über die Zukunft der westlichen Wertegemeinschaft und das Verhältnis zu den USA zu diskutieren. Auch wir als DG Aachen waren eingeladen und konnten an diesem hochaktuellen Austausch teilnehmen.
Mit Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios in Washington, sprach ein ausgewiesener Experte über die zunehmenden Spannungen in der internationalen Ordnung. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob das über Jahrzehnte gewachsene Wertefundament zwischen Europa und den USA weiterhin trägt. Theveßen machte deutlich, dass Regeln, Institutionen und Bündnisse – zentrale Pfeiler dieser Ordnung – zunehmend unter Druck geraten.
Besonders mit Blick auf die politische Entwicklung in den USA beschrieb er eine wachsende Tendenz zu autoritären Führungsstilen und eine Abkehr von etablierten demokratischen Normen. Gleichzeitig betonte er, dass Europa vor einer entscheidenden Weggabelung steht: Neben bestehenden Versäumnissen eröffnen sich auch neue Chancen, sich als eigenständiger Akteur zu positionieren.
Sein Fazit: Europa verfügt über die nötige wirtschaftliche und politische Stärke, um die regelbasierte Ordnung aktiv mitzugestalten – vorausgesetzt, es besinnt sich auf seine eigenen Werte wie Freiheit, Dialog und Menschlichkeit und vertritt diese selbstbewusst.
Der Abend im Aachener Dom machte eindrucksvoll deutlich, wie sehr dieses Thema bewegt – und wie wichtig der offene, sachliche Dialog darüber ist.
Bild/Text Andree Brüning