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„Ein besonderes Geschenk“ von Karl-Heinz Menke: Geistlicher Impuls und Führung durch die Kreuzbergkirche

Am 27.3.2026 bescherte Prof. theol.emeritus Karl-Heinz Menke, Rektor Ecclesiae der Kreuzbergkirche oberhalb von Lengsdorf, der Bonner BKU-Diözesangruppe ein besonderes Geschenk.  Der Abend startete mit einem Konzert für Orgel und Querflöte „Das königliche Thema“ zur Einstimmung auf den Palmsonntag mit Werken von J.S. Bach, Kurt Boßler, C. Chaminade und H. Schroeder. Anschließend führte uns Professor Menke über die „Heilige Stiege“ – Kalvarienberg und Auferstehungskapelle durch die Geburts- und Sterbegrotte in die Kreuzberg-Kirche und erläuterte uns die bewegte Geschichte des Ortes.

Ende des 14. und zum Beginn des 15. Jahrhunderts war in der Region des Kreuzberges zu Bonn eine Verehrung des Kreuzes und des Erlösungsleidens Christi sowie des Mitleidens seiner Mutter Maria, der sog. Sieben Schmerzen Mariens, also eine spezielle Christus- und Marienfrömmigkeit und Verehrung lebendig. Urkundlich erwähnt wird, dass sich am Fest des Heiligen Antonius von Padua (13. Juni) im Jahre 1429 50.000 Personen bei dem „Heiligen Kreuz“ am Kreuzberg zu Bonn zur Kreuzverehrung versammelt hatten – dies entspricht der Einwohnerzahl Kölns zu dieser Zeit!

Kurfürst Ferdinand von Köln ließ auf Drängen der Bevölkerung und angesichts der Notlagen (Pest und Kriegswirren) der langen Tradition der Kreuzverehrung und eigenem religiösen Antrieb folgend 1627 „an schönerer Stelle“ auf dem Kreuzberg die heutige Kreuzberg-Kirche errichten.

Die Heilige Stiege (1746) gab der Erzbischof und Kurfürst von Köln, Clemens August, bei dem Baumeister Balthasar Neumann in Auftrag, die bereits 1751 fertiggestellt und geweiht werden konnte. In diesem Zusammenhang erhielt auch die Kreuzberg-Kirche ihre heutige kostbare barocke Ausstattung.

Im Zuge der Säkularisation von 1802, der staatlich verfügten Enteignung und Auflösung des Klosters, mussten die Serviten den Kreuzberg verlassen. Das Kloster wurde zur Gaststätte umfunktioniert. Der letzte Prior der Serviten, Pfarrer Heinrich Siebertz, wurde Pfarrer in Sankt Peter, Lengsdorf und betreute von 1804 ab gelegentlich den Kreuzberg. Nach dem Brand des Kirchturmes, 1809, wurde das Anwesen auf Abbruch verkauft. Nur die entschiedenen und zähen Bemühungen des Bonner Hofrates Caspar Oppenhoff bewahrten Kloster, Kirche und Heilige Stiege vor dem Abbruch.

1855 pachteten die Jesuiten das gesamte Anwesen. Unter ihrem Bemühen lebte die alte Kreuzberg-Frömmigkeit wieder auf. Es entstanden 1858 die „Sieben Fußfälle“ am Weg nach Bonn-Endenich und von 1861 bis 1865 die 14 Stationen des Kreuzweges rund um den großen Garten (heute Park). 1872 mussten die Jesuiten in Folge des Kulturkampfes den Kreuzberg verlassen. Während dieser stürmischen Zeit, etwa ab 1874 bis 1889, halfen die Franziskaner Patres von Remagen aus, dass der Kreuzberg erhalten blieb, bzw. „nicht unter die Räder kam“.

Von 1889 bis zum 31. Dezember 1968 erfüllten Franziskanermönche auf dem Kreuzberg den gleichen Dienst wie einst die Servitenmönche. Zusammen mit der Communität der Sisters of Charity und den umliegenden Pfarreien bemüht sich seit 1980 das Schönstatt-Institut Marienbrüder, die wertvolle Kreuzberg-Wallfahrts-Heiligtums-Tradition zu beleben und fortzusetzen und das Studienhaus als Zentrum für internationale Bildung und Kulturaustausch und Heimvolkshochschule im Dienste einer internationalen christlichen Gesellschaftsordnung und der weltweiten Kirche wirksam werden zu lassen. – Kirche, Heilige Stiege und der antike Teil des Klosters stehen als Patronatsbauten im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Rektor der Wallfahrtskirche wird vom Erzbischof von Köln ernannt.

Zum Abschluss der Führung sangen wir gemeinsam das „Salve Regina“ in der Kirche und ließen uns zur Einstimmung auf die Heilige Woche durch den von Kardinal Meißner angelegten Kreuzweg im Park inspirieren.