WANN, WO, WIE und WARUM

In Zukunft geht es zunehmend um die gelungene Symbiose von Leben und Arbeiten.

„Mir ist es egal, wann und wo du arbeitest. Mir ist nur wichtig, dass die Arbeit gut erledigt wird.“ Für den Einen mag diese Aussage der Führungskraft schon Lebensrealität zu sein, für den Anderen eine Herausforderung ja sogar ein Umbruch der bisherigen Arbeitsweisen. Für das Konzept der gelungenen Symbiose von Leben und Arbeiten (New Work) fasst dieses Zitat die wichtigsten Kernelemente zusammen. In unseren Unternehmen leben wir diese Aussage Tag für Tag.

Die derzeitige Pandemie-Situation beschleunigt diesen „epochalen Umbruch“ der Arbeit, der mit der Sinnfrage beginnt und unsere Arbeitswelt in bestimmten Bereichen von Grund auf umformt. Somit gilt es von der rationalen Leistungsgesellschaft Abschied zu nehmen und mit Mitarbeitenden kreativ und Ergebnisorientiert neue Möglichkeiten von Arbeit zu entwickeln. Das klingt erstmal theoretisch, kommt aber in der Realität immer mehr an, vor allem bei denjenigen die z.B. im digitalen Umfeld arbeiten und grundsätzlich nicht orts- und zeitgebunden sind.

Der inhaltliche Kern einer gelungenen Symbiose von Leben und Arbeiten ist die Neugestaltung von drei Elementen des Arbeitens: das WO, das WANN und das WIE – und ein grundlegendes Überdenken des WARUM.

Zu Bedenken dabei ist, das nicht in allen Berufsgruppen das WO und WANN flexibel anwendbar sind. Damit z.B. eine Produktion oder ein Altenheim funktioniert, müssen einfach die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
Die gelungene Symbiose von Leben und Arbeiten stellt die Potenzialentfaltung eines jeden einzelnen Menschen in den Mittelpunkt. Denn Arbeit steht im Dienst des Menschen: Wir arbeiten nicht mehr, um zu leben, und wir leben nicht mehr, um zu arbeiten.

Ein Beispiel für das WO und WANN findet Arbeit statt
Alle Mitarbeitenden, deren Tätigkeit es erlaubt, können kurzfristig und flexibel entscheiden, ob sie von zu Hause arbeiten, ins Büro fahren oder aus dem Lieblingscafé an Terminen teilnehmen. Dabei ist die Fähigkeit, ortsunabhängig fokussiert arbeiten zu können von großer Bedeutung. Manch einer steht früh auf, der Andere später. Die bekannte Unterteilung in Morgen- und Abendmenschen je nachdem, ob jemand lieber früh oder spät arbeitet, findet bereits seit Einführung der Gleitzeit in gewissem Umfang Berücksichtigung.

Corona hat viel zur virtuelle Zusammenarbeit beigetragen, dass sich immer mehr Menschen z.B. daran gewöhnt haben, weniger persönliche Termine mit Anreise zu organisieren. Trotzdem gibt es auch hier Grenzen. Bei einigen Tätigkeiten müssen Mitarbeitende z.B. auch bereit sein für einen kurzfristigen Kundenbesuch. Damit die Vorteile dieser Art von Arbeit genutzt werden können, sollte jedes Unternehmen für und mit seinen Mitarbeitern die Leitplanken des WO und WANN festlegen, ohne dass Kunden- und Kollegenbeziehungen oder die Arbeitsergebnisse darunter leiden.

Für diese Arbeitsweise braucht es wichtige Voraussetzungen, WIE miteinander gearbeitet wird. Elementar sind dabei: Vertrauen, Selbstorganisation und -disziplin sowie Eigenverantwortung.

Denn nur, wenn wir als Führungsverantwortliche unseren Mitarbeitenden vertrauen, können diese selbst entscheiden, WANN und WO sie ihre Arbeit erledigen und die Vorteile der Symbiose von Leben und Arbeiten wirklich zur Entfaltung bringen. Hilfreich ist es hier, wenn Mitarbeitersteuerung sowieso bereits nach Ergebnissen und nicht nach Aufgaben erfolgt, denn Ergebnisse und ihre Qualität können auch aus der Ferne beurteilt und besprochen werden. Die neu gewonnenen Freiheiten in der Wahl des Arbeitsortes und -zeitraums gehen aber immer mit einer wichtigen Eigenschaft des Mitarbeitenden einher, damit die Zusammenarbeit langfristig funktioniert: Selbstorganisation und -disziplin. Dazu gehört der Beginn, aber auch das Ende der täglichen Arbeit.
Allein Vertrauen und Selbstdisziplin reichen nicht, um die gelungene Symbiose von Leben und Arbeiten erfolgreich zu umzusetzen. Ergänzend dazu gehört die Fähigkeit des eigenverantwortlichen Arbeitens. Mitarbeitende müssen verstehen und annehmen, dass sie für die Entscheidung, ob sie mal ins Büro müssen, oder vielleicht einen persönlichen Termin beim Kunden machen, selbst verantwortlich sind. Für uns Führungskräfte bedeutet dies, dass wir Verantwortung abgeben dürfen.

Grundlegend ist dafür die gemeinsame Erarbeitung des WARUM - also des Sinns meiner Arbeit.
Denn die Gestaltung der Umgebung und des Arbeitsklimas beschreiben das WO, WANN und WIE. Die zunehmende Flexibilität, durch Corona beschleunigt, ist in diesen Bereichen aus unserer Beobachtung heraus eine Evolution der Arbeit. Jedoch kommt der “epochale Umbruch” daher, dass viele Menschen nicht mehr nur arbeiten, um Geld zu verdienen, sondern um Sinn in ihrer Arbeit zu sehen und sogar um Sinn zu stiften.
Diese Sinnstiftung, das Gefühl etwas zu verändern und zu verbessern, die Welt ein Stückchen besser zu machen, ist ein Motivationsfaktor, der heute deutlich im Vordergrund steht. Auf der anderen Seite macht es unheimlich viel Spaß, mit durch Sinn motivierten Menschen zusammenzuarbeiten. Unsere persönliche Erfahrung ist, dass unsere Mitarbeitenden energiegeladen großartige Ergebnisse erarbeiten und sich proaktiv ins Unternehmen einbringen und mitgestalten.

Flexibel und Rücksichtsvoll ist die zukünftige Haltung
Wenn ein Mitarbeitender morgens z.B. aufgrund wichtiger privater Termine entscheidet, doch von zu Hause zu arbeiten oder den Termin in einer Online-Besprechung ändert, müssen die anderen flexibel darauf reagieren. Damit nicht das totale Chaos entsteht, ist die Herausforderung, dass alle gleichzeitig aufeinander Rücksicht nehmen müssen. Manche Persönlichkeiten können sehr gut mit ständigen Änderungen umgehen, andere mögen das gar nicht und planen lieber länger im Voraus.

Mit der Bereitschaft des Teams, unabhängig von Ort, Raum und Zeit zusammenzuarbeiten, und unter Voraussetzung der genannten Faktoren, wie z.B. die gemeinsame Entwicklung von Leitplanken, machen Sie den Weg frei, die Chancen für die gelungene Symbiose von Leben und Arbeiten zu nutzen. Wir von den 3egleitern erleben diese Vorteile jeden Tag und sind froh, wenn wir Kunden in der Zusammenarbeit mit dieser Begeisterung anstecken können.

Andree Brüning, Christoph Urban

Aktuelles

// „Die duale Ausbildung ist ein Aushängeschild Deutschlands“

Die Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ hat am Dienstag ihren Abschlussbericht vorgestellt. Heute wird im Bundestag darüber debattiert. In der aktuellen Ausgabe des BKU Journals auf den Seiten 22 und 23 haben wir dazu ein Interview mit der Vorsitzenden der Kommission, der Bundestagsabgeordneten Antje Lezius geführt. „Die duale Ausbildung ist ein Aushängeschild Deutschlands“, betont die Abgeordnete.

// Küchengespräche mit Manuel Herder

Im zweiten Teil der Reihe „Küchengespräche" diskutiert Manuel Herder mit Prof. Dr. Ingo Krossing über die Frage “Was kann man aus CO2 machen?"

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