Marx: Viel zu tun fŘr die Kirche

BKU-Berater Lothar Roos erhielt den Wilhelm-Weber-Preis.

 Der Geistliche Berater des BKU, Prof. Dr. Lothar Roos, ist mit dem Wilhelm-Weber-Preis ausgezeichnet worden. Die Festrede bei der Preisverleihung am 8. November in München hielt der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx.
Preisverleihung: BKU-GeschńftsfŘhrer Martin Wilde, die Professoren Martin Kiefer (v.li.), Joachim Starbatty, Lothar Roos, Heinz Kiefer (sitzend), Reinhard Kardinal Marx und der stellvertretende BKU-Vorsitzende Gerhard Lux.//Foto: Peter Unterberg
 Marx erinnerte sich daran, dass er als junger Priester viele persönliche Kontakte zu Wilhelm Weber hatte. Weber war bis zu seinem frühen Tode im Jahre 1983 Geistlicher Berater des BKU und gehörte seinerzeit zu den exponiertesten Fachleuten der Katholischen Soziallehre. Diese Lehre gehört für Marx zu den „Schätzen" der Kirche . Sie bestehe aus dem Dreiklang aus lehramtlichen Verkündigungen, der sozialwissenschaftlichen Verarbeitung dieser Grundsätze in der jeweiligen Situation sowie dem sozialen Engagement der Kirche und der katholischen Verbände. Im Kontext von Glaube und Vernunft gehe es darum, normative Sätze zu formulieren, die jedem vernünftigen Menschen einsichtig seien - egal ob dieser an Gott glaube oder nicht.

Suche nach globalen Regeln 

Bei allen Parallelen sei die Katholische Soziallehre aber nicht identisch mit der Sozialen Marktwirtschaft, stellte der Kardinal klar. Als aktuelle Herausforderung sieht Marx die Suche nach globalen Regeln in Staat und Wirtschaft. „Da gibt es noch viel zu tun" , sagte er und räumte ein, dass die Kirche hier noch weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibe.

In der Laudatio beschrieb der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft, Prof. Dr. Joachim Starbatty, Roos' Verständnis der Katholischen Soziallehre. Demnach habe jeder Mensch seine individuelle Berufung im Plan Gottes. Die Soziallehre habe dabei die Aufgabe, im Dialog mit anderen Wissenschaften Wege zu menschlicheren Lebensbedingungen zu zeigen.

Gestiftet wurde der Preis von Prof. Dr. Heinz Kiefer. Der 83-Jährige baute eine Panne mit dem Mikrofon schlagfertig in sein Grußwort ein: „Mit der Technik habe ich meine Probleme", sagte er. Dies gelte auch für das Verhältnis der Gesellschaft zu technischen Neuerungen und deren Folgen, erklärte er. Der Preis solle auf der Suche nach Wegen helfen, die Menschen im christlichen Sinne mit der Technik zu versöhnen. Bei der Preisübergabe „outete" sich auch der Sohn des Stifters, Prof. Dr. Markus Kiefer, als Schüler desGeehrten. Er habe seinerzeit von Roos gelernt, das die Christliche Soziallehre keine „Theologie light" sei, sondern systematisches Denken verlange.

Zur Tat schreiten 

Preisträger Lothar Roos hat Wilhelm Weber ab 1979 in der BKU-Grundsatzkommission erlebt und im Jahre 1983 von ihm das Amt desGeistlichen Beraters übernommen. Eines der letzten gemeinsamen Erlebnisse war eine Reise nach Nicaragua, wo sie das wahre Gesicht der Sandinisten erlebten, die damals das Land regierten und unter linken Christen als Heilsbringer galten. Mit einem Artikel in der Münsteraner Tageszeitung habe Weber die Illusion vom Paradies in Nicaragua zerstört und sich damit viele Feinde gemacht, berichtete Roos. Eine zentrale Rolle spielt für Roos das Naturrecht, das er in Anlehnung an Weber als „von Gott ins Herz gelegte Grundsätze" beschrieb.

Der BKU hatte sich erstmals an der Ausrichtung der Preisverleihung beteiligt und stellte einen großen Teil der rund 60 Festgäste. Der stellvertretende BKU-Vorsitzende Gerhard Lux dankte Roos dafür, dass er „ehrlich, klar und in Würde" vortrage, was er zu sagen habe. Mit dem Aufruf, „nicht nur zu diskutieren, sondern zur Tat zu schreiten", schloss er die Feier.

Peter Unterberg

Den ersten Teil der Festrede von Kardinal Marx können Sie sich hier anhören, Teil zwei finden Sie hier .

Die Laudatio von Prof. Dr. Starbatty können Sie sich hier anhören.

Impressionen
Aktuelles
Regionale Termine
Presseschau
BKU-Pressemitteilung vom 06.12.2018
Soziale Marktwirtschaft muss europńisch und global gedacht werden!
Eine rein nationale Ausrichtung der Sozialen Marktwirtschaft reicht nicht mehr aus: Wir müssen die europä...
mehr
BKU-Pressemitteilung vom 03.12.2018
Wichtige Initiative des Entwicklungsministeriums
„Der Bund Katholischer Unternehmer teilt die Ziele der Allianz für Entwicklung und Klima und wird engagie...
mehr
BKU-Pressemitteilung vom 13.11.2018
Cum-Ex-Geschńfte: Ethische Grenzen nicht Řberschreiten, aber auch auf handwerklich gut gemachte Gesetze achten!
"Zur unternehmerischen Verantwortung gehört auch, dass man seine ethische Handlungsgrenze kennt, die mehr...
mehr
BKU-Pressemitteilung vom 23.10.2018
BKU fordert Recht auf Personalitńt
Um digitale Transformation und Menschenwürde ging es am Wochenende in Heidelberg bei der Bundestagung des Bundes...
mehr
BKU-Pressemitteilung vom 16.10.2018
Hemel: äWichtige Arbeitsmarkt-Indikatoren fehlenô
Die Weltbank hat beim Treffen des Internationalen Währungsfonds erstmalig einen Humankapital-Report verö...
mehr