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BKU-Vorsitzender diskutierte bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin

„Mit Aufklärung und Dialog dem Populismus entgegentreten“



„Populistische Bewegungen sind nicht automatisch nationalistisch oder Protest gegen ökonomische Verhältnisse. Sie sind viel mehr ein moderner Ausdruck der Angst vor Kontrollverlust in einer Welt, die aus den Fugen gerät“, betonte der Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Dort begab man sich auf die Suche nach sozialethischen Antworten auf den Populismus. 
„Zum Populismus gehört die Beschwörung einfacher Lösungen und klarer Begriffe“, beschrieb Hemel. Das gehe einher mit einer Rhetorik, die polarisiere und eine „Wir“ und „Die Da“ Identität aufbaue. Der Populismus schrecke dabei einigen Fällen nicht vor politisch motivierter, aber auch rassistischer Gewalt gegen Andersdenkende und vermeintliche „Volksfeinde“ zurück. „Populisten finden den Weg der Abgrenzung vom Diskurs politischer und wirtschaftlicher Eliten attraktiv. Sie treibt die Angst vor dem Verlust von Identität und Kontrolle an“, ergänzte der Professor.

Populistische Bewegungen seien, so Hemel, in Autokratien kaum vorzufinden. Sie seien spezielle Wege der politischen Opposition in offenen Gesellschaften, die freie Meinungsäußerung kultivieren.  „Ihre Gefahren in einer lebendigen Demokratie liegen darin, dass sie andere Stimmen aktiv herabsetzen, dass sie ihnen ihre Legitimität verweigern und sich vor physischer Gewalt gar nicht oder nur halbherzig abgrenzen“, warnte der BKU-Vorsitzende.

In der Populismusdebatte würden immer wieder unterschiedliche Ursachen für das Entstehen solcher Strömungen genannt. Auch die digitale Transformation löse bei Menschen die Angst vor dem Verlust von Kontrolle aus. „Sie erweitert zwar auf der einen Seite unsere Handlungsmöglichkeiten, stellt uns aber auch vor die Wand unserer eigenen individuellen und politischen Ohnmacht“, ergänzte Hemel. „Wenn wir dem Populismus begegnen wollen, sind Abgrenzung und Dialogverweigerung der falsche Weg. Wer das Gespräch nicht sucht, der vergibt die Chance, die sich aus jedem Gesprächsfaden und aus dem Königsweg des Dialogs ergeben kann.“

Eine offene und freie Gesellschaft mache einigen Menschen Angst. „Es ist Aufgabe derer, die diese freie Gesellschaft verteidigen, sich diesen Ängsten zu stellen und sie in den öffentlichen Diskurs einzubringen“, betonte Hemel. Die Abwertung Andersdenkender durch Diffamierung in Richtung vorschneller Zuschreibung von übersteigertem Nationalismus sei dabei allerdings nicht der richtige Ansatz. Wer nach sozialethischen Antworten suche, müsse sich mit guten Argumenten für den notwendigen Dialog wappnen. „Aufklärung und argumentativer Widerstand sind die richtigen Antworten auf den gegenwärtigen Populismus. Verweigert man sich dem Dialog, der ein Mindestmaß an Wertschätzung zum Ausdruck bringt, drehe sich die Spirale der Feindseligkeit weiter“.

Wer nach sozialethischen Antworten suche, müsse sich mit guten Argumenten wappnen. „Genau das ist der Weg, um frei flottierenden Ängsten vor Kontrollverlust in Politik und Privatleben entgegenzutreten und die Demokratie als bisher freieste menschliche Lebensform aktiv zu verteidigen.“
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