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BKU-Vorsitzender beklagt unzureichende Aufsichtsgremien und einsame Entscheidungen

„Wir brauchen mehr Professionalität bei den Kirchenfinanzen“



Der Zwischenbericht, der nach dem Finanzskandal vom Bistum Eichstätt bei einer unabhängigen Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben wurde, offenbart „massive systemische Defizite“, die zu einem möglichen Verlust von etwa 47 Millionen Euro geführt haben. „Wir müssen das System anpassen. Wir müssen die Prozesse verbessern, wir brauchen Professionalität, sowohl bei den Entscheidern als auch bei den Kontrolleuren“, erklärt der Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel.
Die Kirche befinde sich momentan in einem Lernprozess, was den Umgang mit ihr anvertrauten Geldern angehe. Hemel glaubt, dass das, was in Eichstätt geschehen ist, auch in anderen Bistümern möglich wäre. „Das kirchliche Finanzsystem verfügt nicht durchgängig über die notwendigen differenzierten Kontrollen, Überprüfungen und Zweitmeinungen, wie es in anderen Bereichen üblich ist.“

Aufsicht ist erforderlich

„Die Menschen, die mit den Geldern umgehen, haben im Einzelfall sehr wohl hohen Sachverstand, aber sie brauchen immer auch eine Aufsicht“, stellt Hemel fest. Von solchen Menschen, die den fachkundigen Blick auf die Risiken einer finanziellen Entscheidung lenkt, seien in kirchlichen Zusammenhängen zu wenig vorhanden. Daher komme es zu weitreichenden Entscheidungen einzelner Personen, deren Aufsichtsgremien oft nicht mit hinreichendem Sachverstand ausgestattet seien.

Deshalb fordert der BKU-Vorsitzende Finanzräte in den Diözesen, die nicht vom Bischof ernannt, sondern gewählt werden. Dabei müssten eindeutige Vorgaben im Hinblick auf die Qualifikation und Kompetenz der Personen festgelegt werden: „Menschen, denen man solche Gelder und solche Prozesse anvertraut, müssen dafür auch wirklich geeignet sein.“

Überbordende Verwaltungsaufgaben

Hemel verkennt nicht, dass das Problem in der Katholischen Kirche inzwischen erkannt wurde. Das zeige die Transparenz-Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, die schließlich der Hintergrund für die Aufdeckung des Eichstätter Finanzskandals gewesen sei. Eine zentrale Aufgabe sei aber weiterhin die Befreiung der Bischöfe und der Priester von überbordenden Verwaltungsaufgaben.

Der BKU-Vorsitzende fordert, das „System der Finanzverwaltung in der Kirche in Deutschland und weltweit auf den Prüfstand zu stellen“. Dazu geeignet sei das an anderer Stelle bereits vorhandene System der Checks & Balances. „Es muss Wertgrenzen geben und ein Gremium, das eine Aufsicht dahingehend ausübt, ob eine Entscheidung sinnvoll ist“, erklärt Hemel. So entstehe ein Dialog von fachkundigen Menschen und nicht „einsame Entscheidungen, die von Personen überprüft werden, die von der Sache nicht allzu viel verstehen“.

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