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„Gründerköpfe - Wer, wann, wieso - machen Menschen sich selbständig?“

27.06.2016 - Wirtschaft in der Wirtschaft

Spanien - Italien war der Abendtermin für viele - es kamen trotz Fussball 31 Studierende die mit Manfred Maus und zwei Jungunternehmern aus Aachen zum Thema „Gründerköpfe - Wer, wann, wieso - machen Menschen sich selbständig?“ in den Dialog treten wollten.

„Ich wollte eine neue Welt aufbauen, in der man Alles unter einem Dach findet, was man für die Gestaltung seiner Geborgenheit zu Hause braucht.“

Mit diesen Worten beschreibt Manfred Maus seine Gründungsidee Ende der 1960er Jahre beim 3. Abend - Wirtschaft in der Wirtschaft.
„Welchen Nutzen bringt ihre Geschäftsidee?“, fragt Manfred Maus zu Beginn die beiden Gründer Daniel Remacle und Julian Omonsky.

 

Manfred Maus im Dialog / Bild Andree Brüning
Aachen -

„Diese Frage habe ich mir auch gestellt - Nicht Essen und Trinken, nicht Bekleidung, aber ein Dach über den Kopf = Geborgenheit. Und die gibt es zu Hause.“ So Maus weiter. Die große Idee damals war: Dem Heimwerker alles, was er braucht, unter einem Dach bieten, in einem einzelhandelsbezogenen Umfeld ein zielgruppenorientiertes, kundenfreundliches Home Center für den Heimwerker schaffen. Und das zu einer Zeit, als die Fachhändler dominierten, die Produkte dominierten, aber nicht der Kunde.

Die Idee lag durchaus nicht im Trend der 1960/70er Jahre. Manfred Maus reflektiert: Wenn Du eine Idee hast, pass auf – es wird sofort mit Dir diskutiert, warum es nicht geht. Die Lehre daraus sollte für uns sein: „Es geht immer darum, eine Idee nicht nur zu bringen, sondern auch durchzusetzen.“

Auf einem Rückflug aus den USA – damals war es ein Muss, in den USA nach den neusten Entwicklungen im Handel Ausschau zu halten –, saß Manfred Maus neben Michael Otto. Dieser erzählte ihm, dass er in Hamburg-Poppenbüttel gerade ein Shopping-Center mit Angeboten für den ganz normalen Alltag baue. Maus erzählte ihm von seiner Idee, Otto bietet ihm in seinem neuen Shopping-Center eine Fläche an. 1970 eröffnen Manfred Maus und Dr. Emil Lux ihren ersten OBI-Markt.

Den Name OBI, abgeleitet von Hobby, hatte Manfred Maus in einem Zeitungsartikel gefunden, in dem berichtet wurde, dass in Toulon ein Lebensmittelhändler, ein Metzger und ein Baustoffhändler einen Baumarkt eröffneten. Maus fuhr nach Toulon, verhandelte und erwarb das Recht, den Namen "OBI" für die ganze Welt, ohne Frankreich, eintragen zu lassen.
Glück, sagt Manfred Maus, muss man haben. Ohne Glück kann man unternehmerisch nicht erfolgreich sein. Was der erfolgreiche Unternehmer Maus mit einer zweiten Begebenheit unterstrich. Bei einem Aufenthalt in New York stand er ungeplant vor einem Gebäude, in dem ein Congress der American Management Association angezeigt war. Ausführlich wurde das Thema „Franchising“ behandelt: Nicht Alles selbst aufbauen, sondern zusammen mit selbständigen Partnern, die die eine erfolgversprechende Idee realisieren.

Manfred Maus erkennt die große Chance für die Entwicklung von OBI. Franchising war der Weg, mit dem der ehemalige Werkzeuggroßhändler Emil Lux seinen Kunden mit seinem neuen Baumarkt nicht Konfrontation brachte, sondern sie in die Kooperation holte. Man bot ihnen das Nutzungsrecht des OBI-Konzeptes als selbständige Unternehmer, eingebunden in eine große Organisation. In Deutschland wusste damals niemand, was Franchising ist.
In Hamburg hatte man den ersten, einen eigenen OBI-Markt eröffnet. Und erfahren, wie das neue Konzept läuft, was anders ist, was es Neues zu bedenken gilt. Manfred Maus nennt einen Grundsatz für erfolgreiches Franchising: „Man kann nichts franchisen, was man nicht selbst ausprobiert hat.“

Manfred Maus erzählt, dass er in der Frühzeit von OBI immer wieder nach seiner Strategie gefragt wurde und nach einem Papier, auf dem das Alles nachzulesen sei. Seine Antwort: Das gibt es nicht. Der Unternehmer Maus hat neben seinen Ideen gemachte Erfahrungen und Grundsätze, die er mit Konsequenz verfolgt. Dazu zählt: „Den Wandel, in dem wir leben, rechtzeitig erkennen.“ Das sei die wichtigste Eigenschaft eines Unternehmers in diesen Zeiten.

Eine Riesenherausforderung für den Handel heute ist der e-commerce. Den hier stattfindenden Veränderungsprozess gilt es rechtzeitig zu erkennen, sich darauf einzustellen und die Mitarbeiter darauf zu trainieren.
Eine andere Veränderung besteht darin, dass die Menschen älter werden und sich in ihrem Heim darauf einrichten. Das betrifft nicht nur das Produkte-Angebot, sondern auch die Dienstleistung eines OBI-Marktes. Der Wandel vom Do-it-Yourself zum Do it for Me, nennt Maus den Wandel, das Produkt mit der Dienstleistung verbinden.

Zufriedene Kunden – das ist für Manfred Maus die oberste Maxime. Und das hat sehr viel mit Werten zu tun, mit gelebten Werten. Entscheidend ist, in einem Unternehmen eine Kultur aufzubauen mit Versprechen, die eingehalten werden. Das bringt Vertrauen. Drinnen und draußen. „Wenn Sie Mitarbeiter klar nach Werten führen, dann sind die Mitarbeiter stolz, in diesem Unternehmen zu arbeiten. Wenn die Mitarbeiter den Sinn erkennen, dann bringt das Zufriedenheit. Und wenn sich die Menschen im Unternehmen wohlfühlen, fühlen sich auch die Kunden wohl – und auch die Bilanzen.“

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