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Unternehmerische Verantwortung fŘr die Zukunft

18.03.2015 Besuch der Technische Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres fŘr Technik

Eine Gruppe hochrangiger Vertreter der Katholischen Kirche, Wirtschaftsführer und Unternehmer aus Aachen besuchte auf Einladung von Brigadegeneral Michael Hochwart am 18.03.2015 die Technische Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik. Unter Leitung von Herrn Andrée Brüning, organisiert im Katholischen Unternehmerverband (BKU), wurde ihnen die Aufgabe und Struktur der Schule im Allgemeinen und die zukunftsorientierte Fernausbildung am Beispiel des Bergepanzers Büffel im Speziellen vorgestellt.
Für die Gäste seien hier u.a. Monsignore Helmut Poqué, Aachener Dompropst bis 2014, Herr Herbert Prömper, Direktor der Aachener Bank a.D., Herr Herbert Schmitz, Gesellschafter des Aachener Zeitungsverlages, Bernd Rommé, Personalchef Saint Gobain für Mitteleuropa und Frau Doris Schillings, Geschäftsführerin der Bundesagentur für Arbeit, Aachen-Düren, genannt. Motiviert, interessiert und neugierig, erlebten die Gäste einen nie langweiligen, zweistündigen Parforceritt
Die Schule

„Das Herzstück ist der Bereich Lehre“, so Oberst Günter Selbert, stellvertretender Schulkommandeur und Leiter Schulstab, bei der Vorstellung der Schule. Die Schule ist Hauptnutzer in den vier zum Standort gehörenden Kasernen. Zuständig für alles an Land genutzte Gerät, werden hier Instandsetzer für alle Organisationsbereiche der Bundeswehr, ihm Rahmen von Ausbildungshilfen auch anderer Nationen ausgebildet.
Ca. 5000 Lehrgangsteilnehmer durchlaufen mehr als 220 verschiedenen Lehrgängen  pro Jahr. Die Ausbilder verfügen mindestens über die zivilberufliche Meisterqualifikation.
Ein weiteres Organisationselement der Schule hat die Aufgabe, Wehrmaterial auf die Nutzbarkeit aus logistischer Sicht zu bewerten.
Oberst Selbert: „Nicht alles was die Industrie verspricht, kann sie auch halten, nicht alle unsere Forderungen an die Logistik werden erfüllt.“ Die Bewertung erfolgt in einer aufwendigen logistischen Einsatzprüfung, an deren Ende die Eignung, bedingte Eignung oder nicht Eignung des Systems dokumentiert wird.

Das Fernausbildungskonzept der Bundeswehr

Am Beispiel der Ausbildung am Bergepanzer „Büffel“ stellt Hauptmann Sascha Bohne das Bundeswehrkonzept der Fernausbildung vor.

„Was stellen Sie sich unter Fernausbildung vor? Klassisch, vielleicht das Abarbeiten von Aufgaben am Bildschirm, dabei nur begrenzt Zeit zur Verfügung für Fragen?“, leitet Hauptmann Bohne in sein Thema ein. „Nein, wir sind moderner!“ In virtuellen Klassenzimmern unter Nutzung von Webcams und Headsets werden die Teilnehmer der Ausbildung von Tutoren begleitet. Diese sind in der Lage das gesamte Lerngeschehen zu verfolgen, um steuernd eingreifen zu können. „Mit kostenfreien Open Source Verfahren, von der Bundeswehr selbst administriert, ist unser Fernausbildungskonzept realisiert".
Hohe Anteile theoretisch zu erarbeitender Ausbildungsinhalte sind die Voraussetzung für Fernausbildung. Zeitersparnis gibt es bei dieser Form der Ausbildung allerdings nicht. Der Ausbilder muss präsent sein, der Umfang des Ausbildungsstoffs erfordert weiterhin intensives Lernen. Dabei wirken,
  • vertrautes Umfeld,
  • freie Zeiteinteilung,
  • Eigenverantwortlichkeit
in hohem Maße motivierend.
 
Die Arbeitsergebnisse der Fernausbildung übertreffen die der herkömmlichen Ausbildung bei weitem. Selbst die wehrtechnische Industrie ist an diesen Arbeitsergebnissen interessiert, denn sie sind der eigenen Dokumentationen in Qualität und Inhalt überlegen.

Resümee des Abends
  •  „Die Bundeswehr braucht sich nicht zu verstecken. Selbst universitäre Bereiche sind nicht so gut ausgestatte, wie sie“, befindet Herr Brüning.
  • „Die Lernmethode ist wahnsinnig, im Gegensatz zur RWTH“, O-Ton Jonas Müller (19), Student des Wirtschafsingenieurwesens im dritten Semester.
  • Dem pflichtet Janick Wolf (20) bei, erstes Semester Mechatronik an der Fachhochschule Niederrhein, Krefeld: „Die Lernmethode ist fortschrittlich.“
  • Hauptmann Bohne, nicht ohne Stolz: „Wir haben inzwischen eine Einladung vom Frauenhofer Institut erhalten, das Fernausbildungskonzept der Bundeswehr auf einer Fachtagung vorzustellen“.
Der Rahmen eines anschließenden gemütlichen Beisammenseins im Gut Neuhaus wurde abschließend zum weiteren informellen Erfahrungsaustausch genutzt. Gäste und Gastgeber sind sich einig, dass das Thema hochinteressant, die zur Verfügung stehende Zeit aber leider viel zu kurz war. Herrn Brüning und er BKU Aachen wurden eingeladen, mit Gästen die Schule bei einer weiteren Gelegenheit zu besuchen.
Text und Fotos: Hauptmann Küppers, TSL/FSHT
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