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Kaisersaalgespräch: Der „Ehrbare Kaufmann“ in der globalisierten Welt

Anständig und erfolgreich

Vom „Ehrbaren Kaufmann“ ist die Reputation der Unternehmer in der öffentlichen Wahrnehmung weit entfernt. Im Ranking des Allensbach-Institutes landeten sie zuletzt auf Rang 11 von 18 Berufsgruppen. Gibt es in Zeiten von Kostendruck und Globalisierung noch den „Ehrbaren Kaufmann“? Darüber diskutierten Experten am 4. Februar beim zehnten Kaisersaalgespräch der BKU-Diözesangruppe Regensburg und der Wirtschaftsjunioren.
(v.r.) Jörg Poklop, Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren, Dr. André Habisch, Unternehmerin Franziska Leupelt, Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein, und Moderator Christian Omonsky.
„Ich bin ein Ehrlicher Kaufmann“, sagte die Unternehmerin Franziska Leupelt. Als Chefin einer Druckerei in Flensburg sei sie nicht allein an der Maximierung des Gewinns interessiert. Ebenso wichtig sei ihr, dass es ihren 45 Mitarbeitern gut gehe und sie Perspektiven hätten. Sie lebe die alten Kaufmannstugenden und übernehme Verantwortung.

Für Professor Dr. André Habisch, Ökonom, Theologe und Wissenschaftlicher Berater des BKU, keine Ausnahme: „Der ethische Unternehmer ist keine Ausnahmeerscheinung, sondern die Regel.“ Er gehöre zu einem guten Gemeinwesen – das es zugleich erleichtere, die Geschäfte anständig und „ehrbar“ zu führen.

„Mit der Sozialen Marktwirtschaft haben wir ein hochkultiviertes, grandioses Wirtschaftsmodell“, sagte er. Probleme entstünden im Zuge der Globalisierung: Unternehmen verließen den deutschen Schrebergarten. Sie verlagerten Produktionsstätten ins Ausland und spürten den schärferen Wind des internationalen Geschäfts. Konkurrenzdruck erschwere es, „ehrbar“ zu bleiben. Die Herausforderung sei, die passenden regulierenden Instrumente für eine globalisierte Welt zu finden, damit sich ehrbares Unternehmertum weiter lohne und der ehrliche nicht der dumme sei.
„Für uns zahlt sich Ehrbarkeit ganz klar aus“, berichtete Leupelt. In Zeiten des Fachkräftemangels fehle es ihrer Firma nicht an gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern – „weil wir einen guten Ruf haben.“ Auch dem Verbraucher böten „Ehrbare Kaufmänner“ mit Verlässlichkeit, persönlicher Abwicklung und Gewährleistung Mehrwert. Zur Förderung anständigen Unternehmertums seien allerdings auch die Konsumenten gefragt: Wer unter allen Umständen im Internet den günstigsten Preis für ein Produkt suche, lande nicht immer beim anständigsten Unternehmer.
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