Volles Programm in der Ewigen Stadt
Bericht über die BKU-Romreise von 27. April bis 2. Mai 2010
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| Volles Programm: die BKU-Gruppe in Rom |
Die Höhepunkte gab der BKU-Romreise fanden gleich am ersten und zweiten Tag statt: Schon am ersten Abend erlebten die 54 Teilnehmer die Sixtinische Kapelle und einen kleinen Teil der Vatikanischen Museen exklusiv. Am nächsten Morgen folgte die Teilnahme an der Papstaudienz - in den vordersten Reihen.
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| Privatführung: Die Teilnehmer in den Vatikanischen Museen. |
Sixtinische Kapelle ohne Schlange
Die meisten Romreisenden erleben die Sixtinische Kapelle nach langem Warten in der Schlange der mehr als 20 000 Besucher, die an normalen Tagen an den großartigen Fresken des Michelangelo vorbeigeschoben werden. Für die BKU-Gruppe dagegen öffneten sich die großen Bronzetüren außerhalb der regulären Öffnungszeiten - für eine zweistündige Führung durch das menschenleere Museum. In großer Runde aber auf exklusiven Plätzen erlebten sie am nächsten Morgen dann die Papstaudienz. Durch Vermittlung der Deutschen Botschaft konnte die BKU-Vorsitzende, Marie-Luise Dött, MdB, sogar direkt mit dem Heiligen Vater sprechen - und ihm die „Zehn Gebote für Unternehmer“ überreichen.
| Audienz: Papst Benedikt XXI. begrüßt die BKU-Vorsitzende Marie-Luise Dött, MdB. |
Mit dem Hinweis „Rom ist anders, als Sie denken“ hatte zuvor Benedikt Steinschulte vom päpstlichen Medienrat die Gruppe auf die Tage in der Ewigen Stadt eingestimmt. Mit wenigen Andeutungen spannte Steinschulte den Bogen von den Missionsreisen des Apostels Paulus über den Gang nach Canossa bis hin zur heutigen Rolle des Papstes. Dessen Hauptaufgabe liege nicht in den Details der Tagespolitik sondern darin, die Tradition des christlichen Glaubens unverändert durch die Geschichte zu bringen. Benedikt XVI. betrachte es in diesem Zusammenhang als sein Kernanliegen, Jesus als Person lebendig zu halten, meinte Steinschulte. Doch bei aller Zeitlosigkeit kam auch er nicht an der aktuellen Missbrauchsdebatte vorbei: Benedikt habe schon vor Jahren vergeblich darum gekämpft, die Zuständigkeit für Fälle von sexuellem Missbrauch in Rom zu bündeln.
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| Paul-Josef Kardinal Cordes |
Das Postulat der Nächstenliebe
Das christliche Postulat der Nächstenliebe hat sich weltweit durchgesetzt, weiß der Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien, Paul Josef Kardinal Cordes. Im Gespräch mit der BKU-Gruppe erinnerte er daran, wie seine Dienststelle von Papst Paul VI. gegründet wurde, um die Einsätze der katholischen Hilfsorganisationen weltweit zu koordinieren. Bei seinen Einsätzen zähle aber nicht nur das Geld: „Als Christen müssen wir eine Dimension des Helfens zeigen, die über das Materielle hinausgeht“, betonte der Kardinal. Dieser Sinn müsse von den christlichen Hilfsorganisationen immer wachgehalten werden.
Der Weltjugendtag in Madrid im August 2011 ist die nächste logistische Herausforderung für den Sekretär des päpstlichen Rates für die Laien, Bischof Dr. Josef Clemens. Sein Büro kümmert sich um rund 140 katholische Verbände in aller Welt. Neben den klassischenVereinigungen beobachtet er dabei neue charismatische Bewegungen mit teilweise rasantem Wachstum. Auch wenn sich diese nicht immer nach den Vorstellungen der Kirche entwickeln, habe sich Rom im Umgang mit ihnen einen langen Atem angewöhnt, und warte viele Entwicklungen erst einmal ab, erklärte Clemens.
Empfang bei Botschafter Horstmann
Eine einzigartige Aufgabe, die der Auswärtige Dienst zu bieten hat, ist die des Botschafters am Heiligen Stuhl. Diesen Posten hat derzeit Hans-Henning Horstmann inne, der die Gruppe in seiner Residenz empfing. Er pflegt die Kontakte zum Vatikan, den er für den besten und größten Geheimdienst der Welt hält - mit zahlreichen Mitarbeitern in jedem Land der Erde. Aber auch die Kontakte zu den Generaloberen der katholischen Orden und der Austausch in ethisch-moralischen Fragen gehören in sein Repertoire. Während die Botschafter alle paar Jahr wechseln, sorgt im Haus Dr. Eugen Kleindienst für Konstanz, der als Geistlicher Rat in der Botschaft von der Bischofskonferenz vorgeschlagen und vom Bund verbeamtet wurde.
Die Villa Massimo
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| Direktor Dr. Joachim Blüher berichtete über die Arbeit der Villa Massimo |
Einen Einblick in die Deutsche Kulturförderung bekam die Gruppe in der Villa Massimo, dem deutschen Kulturinstitut in Rom. Das Haus zeige, wozu Unternehmer in der Lage sind, „wenn der Staat sie nicht stört“, berichtete der Direktor des Hauses, Dr. Joachim Blüher. Der jüdische Unternehmer Eduard Arnhold hat Villa und Parkanlage kurz vor dem Ersten Weltkrieg bauen lassen. Das Haus bietet jeweils zehn jungen Künstlern aus Deutschland für ein Jahr Unterkunft und Stipendium, damit sie sich hier von der reichen Kultur Italiens inspirieren lassen. Darüber hinaus veranstaltet Blüher mit einem vergleichsweise kleinen Etat anspruchsvolle Konzerte und Ausstellungen. Vor kurzem ist hier außerdem der Plan für einen Kirchenneubau entstanden, der nun südlich von Rom realisiert werden soll.
Die politische Kultur Italiens
Neu im Programm der Reise war der Blick in die politische Landschaft Italiens, die auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung zustande kam. Die Stiftung unterhält in Rom unter der Leitung von Wilhelm Staudacher ein Büro, in dem der deutsch-italienische Dialog gefördert wird. Dort erlebte die Gruppe einen lebhaften Vortrag von Stefan von Kempis, der bei Radio Vatikan arbeitet. Von Kempis berichtete vom schwierigen Übergang, in dem Italien seit dem Auseinanderbrechen der Democrazia Christiana steckt. Er erklärte, dass sich die Parteien in Italien eher um charismatische Führer sammeln als hinter Programmen. Dennoch warnte er davor, die Italiener mit all ihren Krisen zu unterschätzen.
Besuch bei St. Egidio
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| S. Denzel und Dr. Cesare Zucconi |
Zu den jüngeren Gemeinschaften in der katholischen Kirche zählt die 1968 gegründete Gemeinschaft St. Egidio, an deren Abendgebet in der Basilika Santa Maria in Trastevere. die Gruppe teilnahm. Anschließend berichtete Dr. Cesare Zucconi von der Arbeit dieser Organisation, die zunächst die Armut vor der eigenen Haustür bekämpfte. Bis heute lädt St. Egidio zu Armenspeisen ein, an denen kürzlich auch Papst Benedikt XVI. teilnahm. Gleichzeitig wurden die Kreise der Hilfe immer weiter gezogen; Heute hilft die Gemeinschaft unter anderem beim Wiederaufbau Haitis und hat in Mozambique erfolgreich für den Waffenstillstand im Bürgerkrieg vermittelt. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Unterstützer, zu denen auch BKU-Mitglied Siegfried Denzel gehört, der diesen Teil des Programmes angeregt hatte. Der Gründer von St. Egidio, Prof. Andrea Riccardi, wurde kürzlich mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet.
Geführte Besichtigungen der wichtigsten Kirchen und Altertümer Roms durch die bewährte Führerin Dr. Susanne Hohwieler rundeten die Reise ab, die vom 27. April bis 2. Mai stattfand. Die beiden Dominikaner, die mit dabei waren, Pater Nikolaus Natke aus Leipzig und Pater Johannes Zabel aus Düsseldorf, feierten darüber hinaus Messen mit der Gruppe azentralen Orten des Christentums: In der Domitilla-Katakombe und der Kathedrale St. Paul vor den Mauern. Der Termin für die nächste Reise steht bereits fest: Vom 2. bis 7. Mai 2011 ist der BKU wieder in Rom.
