„Menschen mögen – Vorbild sein!“
12. Juni 2010: BKU-Arbeitskreis stellt seinen „Kodex für Gute Arbeit“ vor
Der BKU-Arbeitskreis „Zukunft der Arbeit“ hat sich sehr konkret mit Ethik im Arbeitsverhältnis beschäftigt. Dabei ist ein „Kodex für Gute Arbeit“ entstanden. Dieser enthält Orientierung und konkrete Hilfestellung, wie Unternehmer, Manager und Arbeitnehmer anständig miteinander umgehen und durch ethisch vorbildliches Verhalten wechselseitiges Vertrauen im Betrieb aufbauen können. Bei einer Tagung in Bergisch Gladbach wurde das Werk jetzt vorgestellt und diskutiert.
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| Ein interessiertes Publikum verfolgte die Vorstellung des BKU-Kodex für Gute Arbeit. |
„Der BKU hat die Verpflichtung, Orientierung für das praktische Leben zu geben“, sagte Vorstandsmitglied Dr. Dieter Kirchner zum Auftakt des Tages. Mit dem Kodex wolle der BKU keinen neuen Vorschriftenkatalog vorlegen, sondern beschreiben, „wie ein anständiges Miteinander im Betrieb funktionieren kann“. Es gehe um freiwillige Empfehlungen und Anregungen, die den Betrieben gut tun.
Der Kodex solle weder in Stein gemeißelt noch in der Schublade versteckt werden, forderte Kirchner, der hofft, dass die Veranstalgung den Auftakt für eine „Aktion Gute Arbeit“ bildete.
Geistiger "Vater" des Kodex: Prof. Dr. Heinrich M. Stindt
Geistiger „Vater“ des Kodex ist der Leiter des Arbeitskreises „Zukunft der Arbeit“, Prof. Dr. Heinrich M. Stindt. Er ließ in seiner Präsentation die Finanzkrise und einige der jüngsten Wirtschaftsskandale Revue passieren, um dann festzustellen: „Die Zeit schreit geradezu nach ethischer Orientierung!“
Genau hier setzt der Kodex für Gute Arbeit an. Er beschreibt, wie man sich in den Gestaltungsmöglichkeiten bewegt, die das Recht zulässt. Dabei werden Empfehlungen („Sollen“) und Anregungen („Sollte“) unterschieden.
Das Ganze ist klar gegliedert und in drei Stufen aufgeteilt. Die Grundlagen finden sich in zehn Merksätzen, die durch 30 Empfehlungen und Anregungen erweitert werden. In der Langfassung folgen dann 60 Details, die diese Anregungen ausformulieren.
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| Prof. Dr. Heinrich M. Stindt |
Ralph Friederichs |
Cyberdyne wagt den Praxis-Test
Der Inhaber des Kölner Software-Unternehmens Cyberdyne IT GmbH, Ralph Friederichs, kündigte in der Veranstaltung an, den Kodex ab sofort in den wöchentlichen Teamsitzungen vorzustellen und umzusetzen. In jeder seiner folgenden Teamsitzungen mit seinen 13 Mitarbeitern möchte er einen der zehn Leitsätze zur Diskussion stellen. Ziel ist eine freiwillige Verpflichtung auf den Kodex, die zunächst ein Jahr gelten soll. “Ich setze mich einer Diskussion aus, die mich angreifbar fi fimacht. Aber wenn ich das nicht mache, gewinne ich auch kein Vertrauen“, sagte der Jungunternehmer.
Wie sich dieses Modell auf Großunternehmen übertragen ließe, skizzierte der ehemalige Geschäftsführer in der Stroer- Gruppe in Köln, Herman-Josef Johanns. Seiner Erfahrung nach steht und fällt die erfolgreiche Umsetzung von Leitbildern und Kodices mit dem Verhältnis der Geschäftsleitung zur nächsten Ebene. Johanns legte einen Zehn-Punkte-Plan vor, der mit einem klaren Bekenntnis der Geschäftsführung beginnt, den Kodex in die Jahresziele einbindet und ihn am Ende verpflichtend für die gesamte Belegschaft macht (Kasten Seite 8).
Mit der ihm eigenen Begeisterungsfähigkeit kündigte auch der Vorsitzende der Diözesangruppe Köln, Fritz Roth, an, den Kodex in seinem Unternehmen einzusetzen. „“Die Vorgehensweise ist für jedes Unternehmen praktikabel“, sagte er und appellierte: „Lasst uns doch einfach anfangen!“
Eine pdf-Datei des Kodex finden sie hier.