Pressemitteilung vom 22. Juli 2008
 

"Bildungsvermögen für alle"


Katholische Unternehmer wollen das Bildungssparen fördern und die Soziale Marktwirtschaft im Bildungswesen einführen


Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) hat eine grundlegende Änderung der Finanzierung des Bildungswesens und die Förderung des Bildungssparens vorgeschlagen. Die BKU-Vorsitzende, Marie-Luise Dött, nannte als Ziel des BKU-Konzepts "ein Bildungswesen, das in seiner ganzen Breite Spitze ist." Sie bezeichnete es als "sozialpolitisch wie wirtschaftspolitisch inakzeptabel", dass fast 8 Prozent eines Jahrganges keinen Schulabschluss erreichen und ein fast ebenso hoher Prozentsatz einen Schulabschluss mache, der weder für den Ausbildungs- noch für den Arbeitsmarkt qualifiziere. "Ein solches Versagen des staatlichen Bildungswesens können wir uns nicht länger leisten. Deshalb plädieren wir dafür, die Soziale Marktwirtschaft - also 'die Verbindung von Freiheit auf dem Markt mit sozialem Ausgleich', wie Alfred Müller-Armack den Grundgedanken der Sozialen Marktwirtschaft beschrieben hat - auf das Bildungswesen zu übertragen", so Dött.

Kern des BKU-Vorschlages sind

 die Förderung des Bildungssparens durch eine Prämie von bis zu € 120,- jährlich zum Aufbau von individuellem Bildungsvermögen entsprechend der heutigen Bausparförderung,

 die Ausgabe von vollkostendeckenden Gutscheinen für Kitas (Gutscheinwert: € 6.300,-) und Krippen (Gutscheinwert: € 10.440,-) für alle Vorschulkinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.,

 Finanzierung der Gutscheine durch eine massive Umschichtung öffentlicher Mittel aus dem tertiären Sektor sowie durch den Wegfall direkter staatlicher Zuwendungen an Kitas und Krippen,

 die Finanzierung von tertiärer und lebenslanger Bildung aus dem aufgebauten Bildungsvermögen, über Studiengebühren und durch ein ausgebautes Stipendien- und Studienkreditsystem,

 die Eröffnung von Möglichkeiten, tertiäre Bildung und Forschung auch über Kapitalmarktmittel zu finanzieren.

Mehr Wettbewerb

Nach Ansicht des BKU können durch eine solche Umstellung der Finanzierungssystematik mehr Wettbewerb und stärkere Leistungsorientierung mit sozialer Gerechtigkeit verbunden werden. Die BKU-Vorsitzende betonte, dass es dem BKU nicht um eine "falschverstandene Ökonomisierung der Bildung" gehe. Dött wörtlich: "Es geht uns um mehr als nur die Erwerbs- und Arbeitsmarktfähigkeit junger Menschen. Wir wollen die Entwicklung und Persönlichkeitsentfaltung des jungen Menschen bis hin zu seiner Gewissens- und Herzensbildung umfassend fördern. Ein einseitig ökonomisches Bildungsverständnis wäre fatal, denn gerade in einer globalisierten Wirtschaft und einer pluralistischen Gesellschaft muss es jungen Menschen ermöglicht werden, zu ganzheitlich – auch religiös und kulturell – gebildeten Persönlichkeiten heranzureifen und ethisches Urteilsvermögen zu entwickeln."

Der BKU

Dem 1949 gegründeten BKU gehören 1.250 Inhaber-Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte an. Der BKU ist in 32 Diözesangruppen gegliedert. In seinen Arbeitskreisen entstehen innovative Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik. Der Verband sieht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik.


Download: 2008-07-22-Bildungspapier_aktuell.pdf
  

 

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