Pressemitteilung vom 7. Juli 2009
BKU würdigt Sozialenzyklika des Papstes
Dött: Bekenntnis zum Markt und Ermutigung zur Ethik in der Wirtschaft
Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) hat die Sozialenzyklika „Caritas in veritate“ (Liebe in der Wahrheit) von Papst Benedikt XVI. begrüßt. Die BKU-Vorsitzende Marie-Luise Dött würdigte das Dokument als „wichtige Orientierungmarke in stürmischer Zeit“. Der Papst bekenne sich unzweideutig zum Markt als zentraler Institution der Wirtschaft, der aber ‚in das Netz eines größeren sozialen und politischen Umfelds eingebunden‘ (CiV 35) und ‚auf das Erlangen des Gemeinwohls ausgerichtet‘ (CiV 36) sein müsse, so Dött.
Ethik „innerhalb“ der Wirtschaft, nicht „außerhalb“Besonders erfreut zeigte sich die BKU-Vorsitzende über die Ermutigung des Papstes, sich im Wirtschaftsleben ethisch gut zu verhalten: „Der Papst gibt uns Unternehmern mit auf den Weg, dass ‚menschliche Beziehungen in Freundschaft und Gemeinschaft, Solidarität und Gerechtigkeit auch innerhalb der Wirtschaft und nicht nur außerhalb dieser gelebt werden können‘ (CiV 36)“. Es gehe dem Papst darum aufzuzeigen, so Dött, dass nicht nur ‚ethische Sektoren und Bereiche der Ökonomie oder des Finanzwesens entstehen, sondern dass die gesamte Wirtschaft und das gesamte Finanzwesen ethisch sind‘ (CiV 45).
Verhältnis von Markt, Staat und Zivilgesellschaft
Als eine wichtige ordnungspolitische Wegweisung wertet Dött die Bestimmung des Verhältnisses von Markt, Staat und Zivilgesellschaft. „Die Aussage des Papstes, die ausschließliche Alternative ‚Markt - Staat zersetzt den Gemeinsinn‘ (CiV 39), und sein Hinweis auf die Notwendigkeit einer ‚Haltung der Unentgeltlichkeit‘ (CiV 39) mahnen uns, die Ordnung unserer Gesellschaft unideologisch und differenziert anzugehen“. Die Unternehmerin sieht hierin einen klaren Aufruf zu mehr bürgerschaftlichem Engagement.
Dött verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung, die der Papst in seinem Rundschreiben dem Subsidiaritätsprinzip beimisst. „Der Papst stellt fest, dass ‚Subsidiarität vor allem eine Hilfe für die Person durch die Autonomie der mittleren Gruppen und Verbände (...) und das wirksamste Gegenmittel zu jeder Form eines bevormundenden Sozialsystems‘ (CiV 57) ist. Für mich ist dies eine dringende Mahnung, auch bei uns das Verhältnis von Markt, Staat und Zivilgesellschaft neu zu überdenken“, so Dött.
Subsidiarität in der Entwicklungshilfe
Als besonders hilfreich begrüßt der BKU die Äußerungen des Papstes zur Entwicklungshilfe. Dazu erklärte die Vorsitzende Dött: „Der Papst schreibt uns ins Stammbuch, die Entwicklungshilfe solle ‚unter Einbeziehungen nicht nur der Regierungen der betroffenen Länder geleistet werden, sondern auch der örtlichen Wirtschaftstreibenden und der Kulturträger der Zivilgesellschaft, einschließlich der örtlichen Kirchen‘ (CiV 58), und dies ist nichts anderes als der Aufruf zu einer grundlegenden Neuorientierung unserer Hilfe“.
Der BKU
Dem 1949 gegründeten BKU gehören rund 1 200 Inhaber-Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte an. Der BKU ist in 36 Diözesangruppen gegliedert. In seinen Arbeitskreisen entstehen innovative Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik. Der Verband sieht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik.
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