Die BKU-Vorsitzenden seit 1949, Seite 1
Hintergrundmaterial zum 60-jährigen Bestehen des BKU am 27. März 2009:
"Ahnengalerie": Die Vorsitzenden des BKU seit 1949
Franz Greiß, 1949 bis 1965 und 1971 bis 1973
Gründung und Entwicklung des BKU sind untrennbar mit der Person von Franz Greiß verbunden. Greiß war nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 ein Mann der ersten Stunde. Als Geschäftsführer der Glanzstoff-Courtaulds GmbH wurde er 1947 der jüngste Präsident der Industrie- und Handelskammer Köln. Seine berufliche Karriere begann der 1905 in Worringen geborene Franz Greiß als ungelernter Arbeiter in der chemischen Industrie. Bis zu seinem Tod im Jahr 1995 blieb er dem BKU als Ehrenvorsitzender engstens verbunden.
Albert Falke, 1965 bis 1969
Der 1922 geborene Textilindustrielle Albert Falke aus Schmallenberg/Sauerland war ein politisch engagierter Unternehmer. Von 1962 bis 1980 war er Landtagsabgeordneter der CDU in Nordrhein-Westfalen. Sein politisches Engagement prägte auch seine Arbeit für den BKU. "Als Unternehmer müssen wir uns einer dreifachen politischen Verantwortung stellen: als Sachverständige in Sachen Wirtschaft, als Sozialpartner und als Staatsbürger. Auch als Christen tragen wir politische Verantwortung," betonte er.
In seine Amtszeit als BKU-Vorsitzender fällt das Ende des II. Vatikanischen Konzils und der Anfang der studentischen Revolution. Zentrales Thema in Falkes Amtszeit war die Mitbestimmung.
Zu politischen Plattform des BKU wurden die Frühjahrstagungen in Schmallenberg, die Falke in den Jahren 1960 bis 1990 organisierte. Zu seinem 80. Gebrutstag im Jahr 2002 wurde diese Tradition wieder belebt. Bis heute nimmt Falke an jeder dieser Tagungen als Ehrengast teil.
Eberhard Kloepfer, 1969 bis 1971
Schon als 20jähriger trat der gebürtige Münchener wegen des frühen Todes seines Vaters in die Geschäftsleitung der Münchener Holzhandelsfirma Kloepfer und Königer ein. Er gehörte zur Gründergeneration des BKU, dessen Bezirksgruppe Ruhrgebiet er ab 1952 führte. In seine Zeit als Bundesvorsitzender des Verbandes fällt die Verabschiedung des Grundsatzprogrammes im Oktober 1971. Zudem knüpfte er Kontakte zu den anderen katholischen Sozialverbänden, um schädliche Differenzen zu klären. Eberhard Klöpfer starb 1980 im Alter von 73 Jahren.
Dr. Rolf H. Kasteleiner, 1973 bis 1978
Dr. Rolf H. Kasteleiner (Jahrgang 1924), seinerzeit Geschäftsführer der Akkumulatorenfabrik Sonnenschein, leitete den BKU in den Jahren des Übergangs von der Gründergeneration zu der jüngeren Generation. In seine Amtszeit fiel die Gründung der "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Unternehmer", deren erster Vorsitzender er war.
Rüdiger Gattineau, 1978 bis 1979
Rüdiger Gattineau, 1930 in Leverkusen geboren, war der erste BKU-Vorsitzende, der aus der Juniorengruppe hervorgegangen ist. Seine Amtszeit fand nach nur rund 13 Monaten durch seinen Tod am 4. November 1979 ein tragisches Ende. Beruflich war er Vorsitzender des Vorstandes der Küppersbusch AG in Gelsenkirchen.
Cornelius G. Fetsch, 1979 bis 1993 Ehrenvorsitzender seit 1993
Die von 1979 bis 1993 währende Amtszeit von Cornelius G. Fetsch als Vorsitzender des BKU lässt sich schon fast als eigene "Epoche" charakterisieren, zumal in diesen 14 Jahren wesentliche Veränderungen in der Verbandsstruktur beschlossen und realisiert wurden. Unter Fetschs Leitung gründete der bislang eher regional aufgestellte BKU flächendeckend Diözesangruppen. Einen zweiten Schub bekam der BKU durch die Gründung eines Schwesterverbandes in der Schlussphase der DDR.
Ein weiterer Schwerpunkt von Fetschs Amtszeit war die Gründung der Vereinigung ORDO SOCIALIS im Jahr 1980, die als wissenschaftliche Tochter des BKU dazu beiträgt, die Ideen der Christlichen Soziallehre weltweit zu verbreiten.
Fetsch wurde 1935 in Mannheim geboren und stieg im Modehaus C & A bis zum Generalbevollmächtigten auf. Bis heute gehört er zu den tragenden Säulen des BKU.
Mechthild E. Löhr 1993 bis 1996
Mit Mechthild E. Löhr kam erstmals eine Frau an die Spitze des BKU. Im Mittelpunkt ihrer Amtszeit stand das zunehmend brennende Problem der Arbeitslosigkeit. Mechthild E. Löhr wurde 1960 in Kempen/NRW geboren. Mitte 1991 machte sie sich durch die Gründung der Personal- und Unternehmensberatung Löhr & Cie in Berlin selbständig.
Werner Then, 1996 bis 1999
Schon in seiner „Regierungserklärung" Then mehr Handlungsfreiräume und Eigenverantwortung für Unternehmer und Mitarbeiter. Seine zentrale Botschaft war, dass Politik und Tarifparteien nur den groben Rahmen für das setzen dürfen, was die Betroffenen vor Ort im Sinne des Subsidiaritätsprinzips umsetzen. Then war Verkaufsleiter einer Schuhfabrik, Bezirksgeschäftsführer der CDU Pfalz und Geschäftsführer der deutschen Tochtergesellschaft der niederländischen Randstad Organisation für Zeitarbeit. Then starb am 9. November 2003 im Alter von 72 Jahren.
Download: 2009-03-17-PM_Vorsitzende.pdf