Editorial aus dem aktuellen BKU-Journal

 

Reformierte EZB ist Voraussetzung
für Bankenunion

  

 

Zur europäischen Schuldenkrise werden
unter Schlagworten wie Fiskalpakt, Fiskalunion
oder Bankenunion Vorschläge diskutiert, unter
denen offensichtlich viele unterschiedliche Dinge verstehen.Relativ egal ist dies beim vereinbarten Fiskalpakt, der nun im Ratifizierungsverfahren der nationalen Gesetzgeber ist: Es geht um für alle gleiche Regeln dafür, wie die jeweiligen Mitgliedsländer ihre Haushalte wieder in Ordnung bringen sollen.

Parallel dazu soll der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) einigen Ländern die notwendigen Mittel bereitstellen, bis sie die Bedingungen des Fiskalpakts einhalten können. Was eine Fiskalunion bedeutet, ist dagegen unklar. Der Wortsinn lässt an die Möglichkeit denken, dass die Haushalte und Steuersysteme der Mitgliedsländer vereinigt (Union) werden. Dies wird von niemandem so gesagt, die Forderung nach „mehr Europa“ und der Übertragung weiterer Souveränitätsrechte „nach Brüssel“ deuten dies jedoch an. Jedenfalls geht es um mehr als für alle gleiche Regeln der Haushaltsund Steuerpolitik, denn dafür steht ja der Fiskalpakt.

Weil eine so weit reichende Fiskalunion höchst umstritten ist, wird der Vorschlag einer Bankenunion gemacht. Hier reichen die Ideen von einer stärkeren europäischen Bankenaufsicht bis zu gemeinsamen Einlagensicherungssystemen, der Europäischen Zentralbank (EZB) soll eine zentrale Rolle zukommen.

Wenig diskutiert werden bei diesen Vorschlägen die Entscheidungsmechanismen. Würden die derzeitigen Abstimmungsverfahren der EU-Gesetzgebung gelten, liefe Deutschland Gefahr, in eine strukturelle Minderheitsposition zu kommen und regelmäßig von seinen Schuldnern überstimmt zu werden.

Beim ESM ist dies nicht der Fall. Hier bemessen sich die Stimmrechte nach dem Haftungskapital. Dies sollte in Zukunft auch bei der EZB der Fall sein. Unabdingbare Voraussetzung einer Bankenunion ist eine Änderung der EZB-Statuten, so dass Deutschland wie beim ESM ein knappes Drittel der Stimmrechte erhält. Die Mitwirkungsmöglichkeiten müssen der Höhe des Haftungsrisikos entsprechen, beides gehört zusammen. Vor einer solchen Änderung der EZB-Statuten darf sich Deutschland nicht auf eine Übertragung weiterer Kompetenzen „an Europa“ einlassen.

Marie-Luise Dött, MdB 

 

Aktuelles

21.5: Ethik und Wirtschaft

Der BKU und das Bildungswerk Dortmund der Konrad-Adenauer-Stiftung laden ein zur Veranstaltung "Ethik und Verantwortung in der Wirtschaft. Gedanken zum wertorientierten Unternehmertum heute. Auf dem Podium wirken unter anderem die BKU-Bundesvorsitzende Marie-Luise Dött, MdB und Prof. Dr. Joachim Wiemeyer, Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Ruhr-Universität Bochum mit.  

24.5: Jenaer Konvent zur Bildung

Am 24. Mai findet in Jena der 3. Jenaer Konvent der Jenaer Allianz statt, der auch der BKU angehört. Thema des ganztägigen Konvents ist „Bildung, Innovation, Chancengerechtigkeit“. Diskutiert wird mit Fachleuten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, darunter Dr. Konrad Schily, Gründungspräsident der Universität Witten/Herdecke, Prof. Dr. Birgitta Wolff, Wirtschafts- und Bildungsministerin a.D. von Sachsen-Anhalt, Christine Lieberknecht, MdL, Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen und Professor Dr. Lars Feld vom Sachverständigenrat Wirtschaft.

7./8.6.: BKU-Wallfahrt in Köln

Die BKU-Wallfahrt findet am 7. und 8. Juni in Köln statt. Neben einer Fußwallfahrt durch romanische Kirchen im Stadtkern und Besuch bei Mäurer& Wirtz GmbH (u.a. 4711) ist die Teilnahme an Höhenpunkten des Eucharistischen Kongresses vorgesehen, etwa der Kongress-Gesprächsrunde „Unterwegs in eine gerechte Zukunft. Im Dialog über Kapital“ u.a. mit der BKU-Bundesvorsitzenden Marie-Luise Dött, MdB und Reinhard Kardinal Marx.   

11.-13.10: BKU-Bundestagung

Vom 11. bis 13. Oktober findet die jährliche Bundestagung des BKU statt. Tagungsort ist in 2013 die Stadt Dresden.

CSR-Veranstaltungen von BKU/Caritas

Der BKU, der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln und das Institut für Soziale Innovationen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (ISI) haben die Veranstaltungsreihe "Attraktiver Arbeitgeber in Zeiten des demographischen Wandels“ konzipiert. Unternehmen und Verbünde können die Fortbildungsmodule einzeln buchen - als in-house Schulung oder als offene Veranstaltung.

Zum Unternehmer berufen!

Führungskräfte der Wirtschaft sind dazu berufen, die Wirtschaft entsprechend der Würde des Menschen und mit Blick auf das Gemeinwohl zu gestalten. Das sagte Peter K.A. Kardinal Turkson, der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden bei einer Veranstaltung von BKU und UNIAPAC in Frankfurt.

Christliche Unternehmerverantwortung

Der BKU hat seinen Grundlagentext "Christliche Unternehmerverantwortung" neu aufgelegt. Die Broschüre steht ab sofort in einem überarbeiteten Layout zur Verfügung. 

Die Zehn Gebote für Unternehmer

Eine der zentralen Aufgaben des BKU besteht darin, seinen Mitgliedern Orientierungshilfen für werteorientierte Unternehmensführung anzubieten. Ein erfolgreiches Beispiel dafür sind unsere "Zehn Gebote für Unternehmer".