Pressemitteilung vom 17. März 2009
Rückblick auf eine erfolgreiche Verbandsgeschichte
Hintergrundmaterial zum 60-jährigen Bestehen des BKU am 27. März 2009:
Am 27. März 2009 feiert der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) mit einem Festakt im Katholisch Sozialen Institut in Bad Honnef sein 60-jähriges Bestehen. Grund genug für einen Rückblick auf eine erfolgreiche Vereinsgeschichte.
Die Ideen der Gründer
Wo der Bund heute steht und mit welchen ordnungspolitischen Ideen er in die Zukunft geht, wird bei zahlreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr thematisiert werden. Die Ideen der Gründer indes sind nach wie vor hochaktuell und lohnen ein erneutes Lesen. Viele dieser Gedanken stammen vom Gründungsvorsitzenden Franz Greiss, der Ende 1959 eine erste Zwischenbilanz zog: "Wenn wir zum Jahreswechsel den Blick zurückwenden, so dürfen wir feststellen, dass unsere nun seit fast elf Jahren feststehende katholische Unternehmerbewegung Deutschlands ihren festen Platz im Raum der Öffentlichkeit und des katholischen Kirchenvolks gefunden hat. Man kann die Früchte der Arbeit unseres Bundes nicht statistisch messen, am wenigsten jene Erfolge, die das einzelne Mitglied im Streben nach Verbesserung der menschlichen Beziehungen in seinem Betrieb vielleicht den Anregungen zuschreibt, die er in der Begegnung mit Gleichgesinnten im BKU erhalten hat.
Im Geiste der Katholischen Soziallehre
Zu unseren satzungsgemäßen Zielen gehört aber auch das Bemühen, die Öffentlichkeit unseres Landes mit dem Geist und den Grundsätzen unserer Soziallehre zu durchdringen. Wir glauben sagen zu dürfen, dass wir auch in dieser Hinsicht einige Erfolge hatten“. So weit Franz Greiss.
Zwischenbilanz aus dem Jahre 1993
Ein weiteres Fazit zog der heutige Ehrenvorsitzende Cornelius G. Fetsch, als er am 22. Oktober 1993 nach 14 Jahren das Amt des BKU-Vorsitzenden an Mechthild Löhr übergab. In seiner Abschiedsrede sagte er: "BKU 1993 - das heißt
• ein seit 1990 in ganz Deutschland vereinigter BKU
• 36 größere oder kleinere Diözesangruppen
• fast 1100 Mitglieder
• ein Delegiertensystem ab dieser Tagung
• ein jährlich wechselnder Veranstaltungsort für unsere Tagungen.
An diesen Eckpunkten hat sich bis heute (2009) nur die Zahl der Mitglieder verändert - deutlich nach oben auf 1250.
Ordnungspolitische Weichenstellungen
Die ersten Erfolge erlebte der BKU bei der Diskussion über die ordnungspolitische Ausrichtung der jungen Bundesrepublik. Darüber berichtete später der Unternehmer Alphons Horten: :"Besondere Bedeutung gewann der BKU bei der Durchsetzung der Erhardschen Sozialen Marktwirtschaft. Die CDU hatte in ihrem Ahlener Programm 1948 Grundsätze formuliert, die der von Ludwig Erhard angestrebten freiheitlichen Grundordnung widersprachen. So wurde etwa für Großunternehmen die paritätische Mitbestimmung der Eigentümer- und Arbeitervertreter im Aufsichtsrat gefordert. Diese so genannte Wirtschaftsdemokratie wurde auch in kirchlichen Kreisen als gerechtfertigt bezeichnet. Daraufhin veranstaltete der BKU eine öffentliche Aussprache mit Pater Gustav Grundlach, dem Berater von Papst Pius XII. Er stellte im Beisein von Kardinal Joseph Frings fest, dass vom kirchlichen Standpunkt aus eine paritätische Mitbestimmung nicht gefordert werden könne. Von großer politischer Bedeutung war auch die Beteiligung von Franz Greiss und Fritz Burgbacher an der Durchsetzung der Düsseldorfer Leitsätze, in denen die Soziale Marktwirtschaft als maßgebliche Wirtschaftsordnung für die CDU anerkannt wurde".
1955 Der Schreiberplan
Sozialgeschichte schrieb der BKU bei der Rentenreform der 1950er Jahre. Der nach dem ersten BKU-Geschäftsführer Prof. Dr. Wilfrid Schreiber benannte „Schreiber-Plan“ formulierte erstmals das Prinzip einer umlagefinanzierten Rente, die dynamisch der Lohnentwicklung folgt. Schreiber konnte diese Ideen im Sozialkabinett von Bundeskanzler Konrad Adenauer vorstellen. Diese Vorlage bildete den Kern der Rentenreform von 1957.
1981: Die Bamberger Botschaft
1981 sprach die Deutsche Bischofskonferenz in ihrer "Bamberger Botschaft" die offizielle Bitte aus, der BKU möge sich in allen deutschen Diözesen organisieren, um dort in den Diözesanräten als Unternehmer und Mitglieder der Kirche Fachwissen einzubringen. Der damalige Vorsitzende, Cornelius G. Fetsch, nahm diese Anregung auf, was in der Folgezeit zur Gründung zahlreicher neuer Diözesangruppen führte.
1989: Papstaudienz zum 40. Geburtstag
Zum 40-jährigen Bestehen organisierte der BKU 1989 eine Reise nach Rom. In einer Privatudienz bei Papst Johannes Paul II. konnte die Delegation im Vorfeld der Enzyklika "Laborem exercens" auch die Vorstellungen des Bundes übergeben und ansprechen.
1990: BKU-Gründung in der DDR
Am 21. April 1990 wird unter der Leitung von Jürgen Kiowksi in Ost-Berlin der BKU-Ost gegründet, um "gegen Angst, Sinnverlust und Orientierungslosigkeit Vertrauen und Hoffnung zu vermitteln". Bereits am 9. November 1990 wurden die beiden deutschen Verbände fusioniert.