Geschichte

Die Geschichte des BKU


Der Weg zur Gründung

Die Konzeption des BKU wurde im Laufe des Jahres 1948 von einer wachsenden Zahl katholischer Unternehmer erarbeitet. Die ersten Anregungen hierfür kamen aus Holland, wo es schon früher konfessionelle Unternehmervereinigungen gab. Anders als die holländischen Vorbilder sollte der BKU aber weder ein Arbeitgeberverband, noch ein Wirtschaftsverband, noch eine Industrie- und Handelskammer sein. Positiv sollte er einen Zusammenschluss von Unternehmern darstellen, die aus der Sicht der Katholischen Soziallehre mithelfen wollten an dem Bau einer neuen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. 


Der Gründungsvorsitzende Franz Greiss (li), Berater Joseph Höfner (re.) vor den Portraits von Geschäftsführer Wilfrid Schreiber (kleines Bild links) und Wilhelm Weber (kleines Bild rechts).

In der Gründungsversammlung des BKU am 29. März 1949 im Adam-Steigerwald-Haus in Bad Honnef fanden sich drei Männer zusammen, die Verband in den ersten Jahren prägen sollten und den Grundstein für seinen Erfolg legten:

  • Der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln, Franz Greiss, wurde erster Bundesvorsitzender des BKU;
  • Der Wirtschaftswissenschaflter Dr. Wilfrid Schreiber wurde Geschäftsführer
  • Prof. Dr. Dr. Joseph Höffner aus Trier, der spätere Kardinal und Erzbischof von Köln, wurde Geistlicher Berater.

Am 22. Juni 1949 wurde der BKU unter der Nummer 1915 beim Amtsgericht Köln ins Vereinsregister eingetragen.

Kein Interessenverband

Schon bei der Gründung stand das Selbstverständnis des BKU fest, wie es bis heute gilt.. Der  Bund sollte kein Interessentenverband sein. Er sollte langfristig strategisch wirken und von erarbeiteten Positionen aus dem Dialog führen. Zudem hatten die Gründer schon damals das Empfinden, dass die Katholische Soziallehre zu einseitig vom sozialen Gesichtspunkt geprägt war: "Sozial ist Verteilung, sozial ist der Arbeit der Bibel - der Arbeiter gegenüber dem Reichen der Bibel also dem Arbeitgeber," kritisierte Greiss. Was er dagegen vermisste war die Kenntnis ökonomischer Tatbestände und Gegebenheiten.

Ordnungspolitische Weichenstellungen

Die ersten Erfolge erlebte der BKU bei der Diskussion über die ordnungspolitische Ausrichtung der jungen Bundesrepublik nach dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. Sogar die CDU hatte in ihrem Ahlener Programm 1948 Grundsätze formuliert, die der von Ludwig Erhard angestrebten freiheitlichen Grundordnung widersprachen. So wurde etwa für Großunternehmen die paritätische Mitbestimmung der Eigentümer- und Arbeitervertreter im Aufsichtsrat gefordert. Diese sogenannte Wirtschaftsdemokratie wurde auch in kirchlichen Kreisen als gerechtfertigt bezeichnet. Daraufhin veranstaltete der BKU eine öffentliche Aussprache mit Pater Gustav Grundlach, dem Berater von Papst Pius XII. Er stellte im Beisein von Kardinal Joseph Frings fest, dass vom kirchlichen Standpunkt aus eine paritätische Mitbestimmung nicht gefordert werden könne. Von großer politischer Bedeutung war auch die Beteiligung von Franz Greiss und Fritz Burgbacher an der Durchsetzung der Düsseldorfer Leitsätze, in denen die Soziale Marktwirtschaft als maßgebliche Wirtschaftsordnung für die CDU anerkannt wurde.

Meilensteine der Verbandsgeschichte

1955: Der Schreiberplan

Sozialgeschichte schrieb der BKU bei der Rentenreform der 1950er Jahre. Der nach dem ersten BKU-Geschäftsführer Prof. Dr. Wilfrid Schreiber benannte „Schreiber-Plan“ formulierte erstmals das Prinzip einer umlagefinanzierten Rente, die dynamisch der Lohnentwicklung folgt. Schreiber konnte diese Ideen im Sozialkabinett von Bundeskanzler Konrad Adenauer vorstellen. Diese Vorlage bildete den Kern der Rentenreform von 1957.

1959: Anerkennung von Kardinal Frings

Die Bedeutung, die der BKU in den ersten zehn Jahren seiner Arbeit erlangt hatte, zeigte sich in einem Grußwort von Joseph Kardinal Frings zum zehnjähigen Bestehen im Jahr 1959: „Vor allem aber ist durch den Bund Katholischer Unternehmer leuchtend vor unserem Volke in die Öffentlichkeit gestellt worden, dass katholischer Glaube, katholische Lebens-, Berufs- und Wirtschaftsauffassung auch mit dem durch die neuzeitliche Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung geschaffenen modernen Beruf des Unternehmers verbunden und in Einklang gebracht werden können und müssen.“.

1971: Das Grundsatzprogramm

Nach langer Diskussion verabschiedete der BKU am 15. Oktober 1971 ein „Grundsatz- und Aktionsprogramm. Darin bekennt sich der Bund zur freiheitlichen Wirtschaftsordnung samt „selbstverantwortlichem Unternehmertum“ und zu den Mitarbeitern, die als „selbstverantwortliche Persönlichkeiten“ im Betrieb gewürdigt werden.

1976: Soziale Marktwirtschaft für Chile

Unter Leitung des damaligen Vorsitzenden Dr. Rolf H. Kasteleiner fand 1976 das erste Seminar in Santiago de Chile statt, das der BKU zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte. Dieser Veranstaltung zum Thema „Soziale Marktwirtschaft in deutscher Erfahrung“ folgten weitere Seminare in Argentinien und Uruguay.

1981: Die Bamberger Botschaft

1981 sprach die Deutsche Bischofskonferenz in ihrer "Bamberger Botschaft" die offizielle Bitte aus, der BKU möge sich in allen deutschen Diözesen organisieren, um dort in den Diözesanräten als Unternehmer und Mitglieder der Kirche Fachwissen einzubringen. Der damalige Vorsitzende, Cornelius G. Fetsch, nahm diese Anregung auf, was in der Folgezeit zur Gründung zahlreicher neuer Diözesangruppen führte.

1982: Das 500. Mitglied

Der Inhaber einer großen Schreinerei in Greding bei Eichstätt, Karl Mayer wurde im Februar 1982 offiziell als 500. Mitglied des BKU begrüßt. Die Mitgliederentwicklung verlief durchwegs positiv. Der Bund begann im März 1949 mit 96 Mitgliedern und wuchs in den ersten beiden Jahren auf 215 Personen. Im Jahr 1989 waren bereits 800 Mitglieder dabei, zwei Jahre später schon 1000. In den Jahren danach pendelte die Zahl um die 1100, bevor im Jahr 2005 der bis heute anhaltende Wachstum begann: Aktuell zählt der BKU rund 1250 Mitglieder.

1989: Romreise zum 40. Geburtstag

1989: Zum 40-jährigen Bestehen organisiert der BKU eine Reise nach Rom. In einer Privataudienz bei Papst Johannes Paul II. konnte die Delegation im Vorfeld der Enzyklika "Laborem exercens" auch die Vorstellungen des Bundes übergeben und ansprechen.

1990: BKU-Gründung in der DDR

Am 21. April 1990 wird  unter der Leitung von Jürgen Kiowksi in Ost-Berlin der BKU-Ost gegründet, um "gegen Angst, Sinnverlust und Orientierungslosigkeit Vertrauen und Hoffnung zu vermitteln". Bereits am 9. November 1990 wurden die beiden deutschen Verbände fusioniert.

März 1998: 50 Jahre BKU

Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des BKU am 27. März 1998 fordert der Hildesheimer Bischof Joseph Homeyer, den BKU auf, „den Schreiber-Plan neu zu schreiben“. Gemeinsam mit den anderen katholischen Sozialverbänden solle der BKU neue Vorschläge zur Wirtschafts- und Sozialordnung ausarbeiten, wünschte sich der Bischof von Hildesheim.

Oktober 2001: Besucherrekord

Einen bislang einmaligen Besucherrekord brachte die BKU-Bundestagung vom 19. bis 21. Oktober 2001 in Berlin: Rund 300 Teilnehmer kamen in die Katholische Akademie, um Vorträge von Bischof Reinhard Marx, dem damaligen CDU-Fraktionschef Friedrich Merz und Bundesbank-Präsident a.D. Prof. Dr. Hans Tietmeyer zu hören.

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