Dialog von Kirche und Wirtschaft

Unternehmerempfang beim 99. Katholikentag in Regensburg

Großereignisse wie der Katholikentag dienen auch dem Netzwerken und informellen Dialog, um gemeinsam das Wertefundament der Gesellschaft mit Leben zu erfüllen. Dies war auch die Intention des gemeinsamen Unternehmerempfangs der IHK Regensburg und des BKU beim 99. Deutschen Katholikentag am 30. Mai 2014.
Beim Unternehmerempfang auf dem Katholikentag: Dr. Jürgen Helmes, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Marie-Luise Dött MdB und BKU-Mitglied Philipp Graf v.u.z. Lerchenfeld MdB.
Kirche und Wirtschaft hätten vieles gemeinsam, betonte der gastgebende IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. Die christlich-katholische Gemeinschaft setze sich wie die Wirtschaft mit ihrem Leitprinzip des „Ehrbaren Kaufmanns“ für die Solidargemeinschaft ein.

Kirche braucht Wirtschaft – und Wirtschaft braucht Kirche
Ein wichtiger Überträger von Werten, die sowohl im katholischen Glauben eine zentrale Rolle spielen, als auch im Konzept des ehrbaren Kaufmanns, ist für den Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer das kirchliche Bildungswesen. Ein herausragender Bestandteil dessen sei die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die einzige ihrer Art in Deutschland. Katholischen Laien vermittle sie Rüstzeug für die Wahrnehmung weltlicher Aufgaben. Sie sei aber auch eine hervorragende akademische Einrichtung, die nicht nur katholische Werte, sondern vor allem auch wissenschaftliche Methoden vermittle. Ihr Rang müsse weiter ausgebaut, ihr Ruf als exzellente akademische Einrichtung gefestigt werden. „Warum soll die Katholische Hochschule Eichstätt kein Oxford werden?“ fragte der Bischof. Dafür erbat Voderholzer auch weiterhin die Unterstützung der Wirtschaft.

Die BKU-Bundesvorsitzende Marie-Luise Dött MdB sagte Unterstützung zu. Doch auch die Kirche müsse ihre Aufgaben bezüglich der Verwaltung der Hochschule erfüllen. Die Universität müsse absolut in der Lage sein, mit Katholischen Hochschulen in anderen europäischen Ländern mitzuhalten, die im Ranking in Spitzenpositionen seien.

Scheinbare Diskrepanz von Glaube und Naturwissenschaft
Um Unterstützung durch die Unternehmer warb Voderholzer auch zur Überbrückung der scheinbaren Diskrepanz zwischen Theologie und Glaube auf der einen Seite und den Naturwissenschaften und der Technik auf der anderen Seite. Er stellte die herausragenden wissenschaftlichen Erkenntnisse von Albertus Magnus und Thomas von Aquin auf diesem Gebiet heraus. Aufgabe der Kirche sei zu zeigen, dass Schöpfungsglaube und Naturwissenschaften nicht im Widerspruch stünden. Viele junge Menschen könnten die biblischen Bilder der Entstehung der Welt nicht mit der Evolutionstheorie in Zusammenhang bringen. Auch dies trage zu Kirchenaustritten bei. Voderholzer bat die katholischen Unternehmer, zur Aufklärung in dieser Sache beizutragen.

Weiteres zentrales Anliegen des Bischofs an die Unternehmer war der freie Sonntag. Der Sonntag müsse der Verehrung Jesu Christi und der Eucharistiefeier vorbehalten bleiben. Ziel aus sozialethischer Sicht sei, die Arbeitnehmer und ihre Familien zu schützen. Voderholzer sprach sich deswegen mit Nachdruck gegen Ladenöffnungen am Sonntag aus. Es bedürfe eines institutionellen Schutzes dieses Tages durch die Gesetze. Den sollten auch die Industrie- und Handelskammern sowie das Handwerk unterstützen.

Unterstützung für den freien Sonntag

Dött sprach dem Bischof ihre volle Unterstützung für diese Forderung aus. Sie warb aber für Verständnis dafür, dass sich dieser Vorsatz angesichts des internationalen Wettbewerbsdrucks und der zunehmenden Beschleunigung des Wirtschaftslebens nicht immer halten ließe.

Eine Entschleunigung vom Alltag des Wirtschaftslebens wünschte der Vorsitzende der BKU-Diözesangruppe Regensburg, Dr. Michael Scherm, den Teilnehmern des Empfangs beim Katholikentag. Humorvoll veranschaulichte er, wie sich Kernelemente der katholischen Sozialethik in der Regensburger Stadtgeschichte finden lassen: Solidarität, Großzügigkeit und Freude am Mitmenschen. „Ich hoffe, dass sie vor allem die Solidarität und die Freude am Leben unter den Feiernden auf dem Katholikentag spüren“, sagte Scherm.


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