Unternehmerin und Wissenschaftler erhalten ORDO-Preis

BDA-Präsident Kramer: Soziale Marktwirtschaft "kein Selbstläufer"

Der Wissenschaftler Professor Dr. Alexander Fink und die Unternehmerin Marie-Christine Ostermann sind die Träger des dritten „ORDO-Preis für ordnungspolitische Innovationen“. Die „Jenaer Allianz zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft“, der auch der BKU angehört, zeichnete sie am Donnerstag (15. Mai) in der Universität zu Köln aus. Als Festredner sprach Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zu „Mehr Mut zu einem starken Wirtschaftsstandort Deutschland“.
Ordo-Preisträgerin Marie-Christine Ostermann (l.) erhält die Urkunde von Marie-Luise Dött MdB, Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU).
Mit dem ORDO-Preis prämiert das Kooperationsnetzwerk von Institutionen, die sich der Sozialen Marktwirtschaft verpflichtet fühlen, alle zwei Jahre Leistungen, die zur Fortentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft beitragen.
„Marie-Christine Ostermann ist als Stimme der Ordnungspolitik engagiert und öffentlich stark präsent“, hob Marie-Luise Dött hervor, Vorsitzendes des Bundes Katholischer Unternehmer e.V. (BKU). Insbesondere als Vorsitzende des Bundesverbandes Junger Unternehmer (2009 bis 2012) habe Ostermann sich mit Vehemenz in ordnungspolitische Diskussionen eingemischt und sich "souverän, unaufgeregt und überlegt" für ihre ordnungspolitisch fundierten Überzeugungen eingesetzt.

Ostermann: Tradition an den richtigen Stellen
Gleichzeitig sei sie eine vorbildliche Unternehmerin, die das Familienunternehmen Rullko Großeinkauf GmbH gemeinsam mit ihrem Vater in der vierten Generation leite. „In beiden Funktionen hat Frau Ostermann deutlich gemacht, dass Tradition an den richtigen Stellen nichts Verstaubtes ist, sondern gerade in der Ordnungspolitik mit der Zukunft Hand in Hand geht“, betonte Dött. Damit habe sie einen wichtigen Beitrag zur Fortentwicklung einer freiheitlichen und menschenwürdigen Sozialen Marktwirtschaft geleistet.

Fink: Vordenker einer neuen Ordnungsökonomik

Alexander Fink Ph. D. ist Assistenz-Professor am Institut für Wirtschaftspolitik der Universität Leipzig und Senior Fellow am Institute for Research in Economic and Fiscal Issues (IREF). „Sein Eintreten für Freihandel und offene Märkte, für Steuerwettbewerb, Dezentralisierung und Subsidiarität ist ebenso leidenschaftlich wie kompetent“, hob Allianz-Sprecher Professor Dr. Michael Wohlgemuth hervor. Damit stehe er in der Tradition der Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft und werde selbst zum Vordenker einer Neuen Ordnungsökonomik. Gleichzeitig leiste Fink zu vielen aktuellen Fragen wertvolle Analysen mit klaren Politikempfehlungen. „Ich nehme den Preis als Aufforderung, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen, sowohl als Sozialwissenschaftler, als auch als Ordnungspolitiker“, sagte Fink. 

Kramer: Mindestlöhne sind "ordnungspolitisch riskantes Manöver"
BDA-Präsident Kramer rief in seiner Festrede dazu auf, die Soziale Marktwirtschaft aktiv als „lebendiges Konzept“ zu erhalten. „Der Begriff ist positiv besetzt, aber jeder versteht etwas anderes darunter“, so Kramer. Derzeit scheine es mehr ums Verteilen zu gehen, als um das Wirtschaften, sagte er mit Blick auf die Politik der Großen Koalition. „Doch eine Soziale Marktwirtschaft lebt nicht von möglichst vielen sozialen Leistungen, sondern von einem politischen Rahmen, der Frieden, Wohlstand und Freiheit sichert“, betonte Kramer. Er erinnerte, dass die Sozialleistungen vor 50 Jahren ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts betragen hätten – heute lägen sie bei einem Drittel.

Die Einführung gesetzlicher Mindestlöhne nannte Kramer „ordnungspolitisch verfehlt“ und ein „sozialpolitisch riskantes Manöver“. Gerade für die schwächsten wirke er als „Hürde, die den Einstieg in Arbeit unmöglich macht“. Insbesondere für junge Menschen mit Vermittlungshemnissen schaffe er unüberwindbare Probleme. Den schwächsten unter ihnen helfe auch die Ausnahme bis zum 18. Lebensjahr nicht – viele von ihnen drängten erst mit 23 auf den regulären Arbeitsmarkt. Von der Politik forderte er vielmehr die Wiederherstellung der Tarifeinheit, damit Betriebe nicht über Monate hinweg durch Streiks unterschiedlicher Gruppen lahmgelegt würden. Wer hingegen die Löhne festsetze, müsse schnell auch die Preise festlegen. „Dann ist der Schritt zur Staatswirtschaft nicht weit“, bekräftigte er.

Innovatives Wirtschaften erfordere Freiheit und Subsidiarität, und keinen Staat, der alles regelt. Solidarität erfordere Leistung, damit sie bezahlt werden könne. Die Soziale Marktwirtschaft sei ein entscheidender Faktor dafür gewesen, dass Deutschland glimpflich durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen sei. Doch sie sei „kein Selbstläufer“. Daher begrüßte er den Einsatz der Preisträger und der Jenaer Allianz zu ihrem Erhalt und ihrer Erneuerung.

Dr. Vera Bünnagel


Download der Rede von BDA-Präsident Ingo Kramer

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