Für mehr Professionalität bei den Kirchenfinanzen

ZEIT-Interview mit der BKU-Vorsitzenden Marie-Luise Dött, MdB

Zu mehr Transparenz bei den Kirchenfinanzen fordert die BKU-Vorsitzende Marie-Luise Dött, MdB die Kirche in der heutigen Ausgabe der Wochenzeitung „Die ZEIT“ auf. „Kirchliche Institutionen sollten hinsichtlich ihrer Finanzen genauso professionell agieren wie private Unternehmen", sagte Dött: „Die Kirche braucht keine Schattenhaushalte." Stattdessen seien seriöse Jahresabschlüsse, eine Budgetplanung sowie eine Veröffentlichung der Bilanzen nötig. Es seien zudem unabhängige Aufsichtsgremien erforderlich, deren Mitglieder nicht durch den Bischof allein berufen werden, damit eine unabhängige Kontrolle möglich sei.
Die BKU-Vorsitzende Marie-Luise Dött, MdB.
Dött hob hervor, dass es in den Bistümern viele sachkundige Mitarbeiter mit ökonomischem Sachverstand gebe. Sie habe aber auch erlebt, dass engagierte katholische Unternehmer ihren Sachverstand angeboten hätten und auf wenig Interesse stießen: „Unternehmer sind in der Kirche oft nicht willkommen", sagte die Vorsitzende des BKU. „Die Kirche muss auf der Seite der Bedürftigen stehen. Aber der Sinn für das Ökonomische – dass zuerst verdient werden muss, was man ausgibt – ist auch nötig." Wirtschaftliche Aufgaben könnten institutionell stärker von geistlichen Aufgaben getrennt werden. Zwar trage immer der Bischof die Letztverantwortung. Doch zu überlegen sei, ob er die Verantwortung in wirtschaftlichen Fragen nicht stärker delegieren sollte.

Die ZEIT hatte die BKU-Vorsitzende anlässlich der Insolvenz des Weltbild-Verlages interviewt. Dött betonte, dass das Geschäftsmodell des Medienverlages lange sehr erfolgreich gewesen sei. Die Einzelheiten des Scheiterns können sie nicht beurteilen. Die Ablehnung weiterer Finanzhilfen sei jedoch nicht so zu interpretieren, dass die Kirche ihre Mitarbeiter im Stich lasse. „Ich gehe davon aus, dass es nun so etwas wie einen Sozialplan gibt, der die betroffenen Mitarbeiter unterstützt“, sagte Dött. Wie jeder Unternehmer habe die Kirche Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern. Sie müsse Vorbild sein.


Das komplette Interview können Sie hier als pdf herunterladen.
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