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Altenberger Frühjahrstagung 2017

Selbstbindung befreit

Die jüngst fertig gestellte katholische Jugendbildungsstätte „Haus Altenberg“ war  diesjähriger Tagungsort der traditionellen Frühjahrstagung der Diözesangruppen Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln, Ruhrgebiet am 5. Mai 2017 in Altenberg. „Neue Arbeitsmodelle durch Digitalisierung und Industrie 4.0.“ lautete das Tagungsthema.
„Runter vom Sofa!“: Mit diesem Appell eröffnete Prof. Manfred Maus, Vorsitzender der DG-Köln, die Veranstaltung: „Ärmel hochgekrempelt, wir sind christliche Unternehmer, wir wollen voran!“
Foto: Radwan
Doch wohin der Weg führe sei ungewiss, ergänzt Hermann-Josef Johanns, stellv. BKU-Bundesvorsitzender, der die Gesamtmoderation führte. Denn hinsichtlich der Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt gebe es keine Erfahrungswerte. Wir seien auf das Trial-and-Error-Prinzip angewiesen.

Prof. Nils Goldschmidt vom Zentrum für ökonomische Bildung der Universität Siegen eröffnet seinen Beitrag mit einem anekdotischen Dialog über Schrebergärten: Während einer der Gesprächsteilnehmer Schrebergärten als unproduktive Art des Gemüseanbaus wertete,  bezeichnete sein Gegenüber diese als hocheffektive  Art der Glücksproduktion. Arbeit sei nicht nur ein Grundwert und Grundbedürfnis des Menschen, sie solle dem Menschen ein glückliches Leben ermöglichen. Im Zuge verantwortungsvollen Wirtschaftens gegenüber Umwelt, Nach- und Mitwelt sei die Bindung an Werte von zentraler Bedeutung. Odysseus, der sich an den Mast seines Schiffes fesseln ließ, um dem Gesang der Sirenen lauschen zu können, ohne ihren Verlockungen zu verfallen, lehre uns: Schutz und Steigerung von Freiheit gelingen durch Selbstbindung. „Wer sich als Unternehmer heute an bestimmte Werte bindet, befreit sich zur Innovation und wird eine erhöht Kreativität und Produktivität freisetzen“, sagt Goldschmidt: „Statt einer Wirtschaftsethik von compliance, constraints und incentives, bedarf es einer freiwilligen Verantwortungsübernahme aus Überzeugung. Der Ethik in der Wirtschaft muss ein Ethos der Wirtschaftenden zugrunde liegen.“

Selbstbindung befreit: Werte ermöglichen sicheren Halt und Gelassenheit gegenüber Veränderungen. Für den Begriff der wertegebundenen Leitkultur plädiert auch Dr. Thomas Goppel. Er ist seit 43 Jahren Mitglied des Bayerischen Landtags. Den anderen mitzunehmen, nicht auszugrenzen, sei Bindungsglied des christlichen Menschenbildes. „Wie viel haben wir schon preis gegeben?“, fragt Goppel: Daraus ergebe sich die Frage des Neuen, die ein Zugehen auf den anderen unabdingbar mache.



Außerhalb der gewohnten Fahrrinne zu navigieren sei auch Gebot der Stunde für die Kirche, fordert Norbert Fink, Pfarrer und Kreisjugendseelsorger. „Hallo Welt, hier Kirche: Von einem der auszog den Glauben zu rocken“ heißt sein frisch erschienenes Buch. Zur Verkündung der Heiligen Botschaft des Herrn bedient er sich auch Stilmitteln wie Rap und Poetry Slam. Davon durften die Tagungsteilnehmer eine beeindruckende Kostprobe erleben. Fink stellt seine Predigten bei YouTube ein, um damit mehr Menschen als nur die Kirchgänger vor Ort zu erreichen. Authentisch sein sei Voraussetzung einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus. Mut voran: Dafür habe jeder seine zur Verfügung gestellten Talente zu nutzen.
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