"Ohne uns ist keine Option mehr!"

Bundeswehr-Generalinspekteur Schneiderhan beim BKU in Köln


"Ohne uns ist keine Option mehr für Deutschland!". Das sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, jetzt bei einem Vortrag bei der Diözesangruppe Köln.

Schneiderhan  Besuch beim BKU:
Der ehemalige DG-Vorsitzende Philipp M. Laufenberg (v.li.), General Schneiderhan und der DG-Vorsitzende Fritz Roth.

 

 Aktive Mitgestaltung der Weltpolitik


Eine aktive Mitgestaltung der Welt fordere auch von Deutschland mehr als nur gute Worte und Geld, stellte der Generalinspekteur klar. Die Bundesrepublik sei als Exportnation abhängig von der internationalen Sicherheit und müsse sich auch an dieser beteiligen. Das sei eine zentrale Lektion, die unser Land nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes habe lernen müssen.

Erste Einsätze in Jugoslawien


Der erste einschlägige Experimentierraum mit Auslandseinsätzen der Bundeswehr sei das ehemalige Jugoslawien gewesen. "Die Bundeswehr ist dort mittlerweile länger vertreten, als der Erste und der Zweite Weltkrieg zusammen gedauert haben, rechnete Schneiderhan vor. In dieser Zeit habe es einen Paradigmenwechsel in der Sicherheitspolitik gegeben, in dessen Folge die Bundeswehr nun auch in Afghanistan dabei sei. Dort begegnen nun die älteren Generäle, die den Krieg nur aus den Lehrbüchern kennen, jungen Soldaten mit echter Einsatzerfahrung. Das sei für die Vorgesetzten eine neue Erfahrung, die sie zu Lernenden mache.

Terroristen sind keine Kombattanten


Sehr eindeutig bezog Schneiderhan Stellung zu der aktuellen Debatte, ob die Nato in Afghanistan Krieg führt. Während der Generalinspekteur im Sinne der Soldaten fordert, bei Todesfällen auch von "Gefallenen" zu reden, ist er gegen die Verwendung der Vokabel "Krieg": Dies würde seiner Ansicht nach die Taliban von Terroristen zu Kombattanten aufwerten, die sie seiner Ansicht nach nicht sind. "Verbrecher müssen Verbrecher bleiben", sagte er eindeutig.

Um die das Land zu befrieden, brauche es eine selbsttragende afghanische Sicherheit, betonte der General. Auf den Trümmern von 30 Jahren Bürgerkrieg müsse dort ein Staat aufgebaut werden, der den eigenen Bürgern Sicherheit gewährt und dabei alle ethnischen Gruppen einbindet.

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