Barfrau Gaby und die Finanzkrise


8. Oktober 2010: Jahresempfang der DG Köln


Der persönlich haftende Gesellschafter der Merck Finck & Co. Privatbankiers, Georg Freiherr von Boeselager, war der Festredner des diesjährigen Jahresempfanges der Diözesangruppe Köln am 7. Oktober in der Kölner Niederlassung des Hauses. Rund 90 Gäste folgten der Einladung - unter ihnen Kölns Alt-Oberbürgermeister Fritz Schramma.

 
Begegnung beim BKU-Empfang: Georg Freiherr von Boeselager (v.li.), Gastgeber Frank Hoppe (Merck & Finck), Alt-Oberbürgermeister Fritz Schramma, der Diözesanvorsitzende Fritz Roth und Marc Kurtenbach.

 

Von Boeselager begeisterte die Runde mit der Geschichte der fiktiven Barfrau Gaby, mit der er die Finanzkrise erklärte. Diese Gaby ließ ihre Kunden großzügig auf Kredit trinken. Bald fanden sich Banken, die Gabys Kreditlinie erhöhten und die Schuldscheine der Alkoholiker in „Suffbonds“ auf den Markt warfen - bis die Blase platzte.


Mit mehr Ernst erklärte er dann, dass sich Fehler durch zusätzliche Kontrollen nicht verhindern lassen. In den Jahren vor der Krise seien zudem durch eine lange Wachstumsphase die Ansprüche gestiegen. Dabei wurde die alte Weisheit vergessen, dass höhere Renditen immer durch ein höheres Risiko erkauft werden müssen. „Dem Risiko konnte nur entkommen, wer gegen den Mainstream anging“, betonte er. Das sei nur unter hohem Druck möglich gewesen.

Für solide Berater in den Banken habe sich das Dilemma ergeben, dass sie einerseits ihre Kunden vor der eigenen Gier waren mussten. Gleichzeitig standen sie unter dem Druck von oben, Produkte mit hohen Margen zu verkaufen. In der Beziehung zwischen Kunde und Bank wünscht sich von Boeselager vor allem Klarheit: Der Kunde müsse wissen, dass Beratungsleistungen bezahlt werden müssen Und die Bank solle offenlegen, woran sie verdient.

Von Boeselager kritisierte auch den Trend der Politik, die Bürger zu entmündigen und „dumme Anleger vor bösen Bankern in Schutz nehmen zu müssen.“ Dieses Weltbild der  Verbraucherschützer hält er für „beleidigend“.

Der Vorsitzende der Diözesangruppe Köln, Fritz Roth, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass der Jahresempfang der Gruppe bewusst in den Herbst gelegt wurde, in die Zeit des Erntedankfestes.  Und er dankte dem Bankhaus Merck Finck  Co, „dass Sie uns dafür eine Heimat gegeben haben.“ Der Leiter der Kölner Niederlassung dieser Bank, Frank Hoppe, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung, die Ethik und Moral beim Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen haben.

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